Dafür hätten sich kürzlich 55 ausgewählte Kinder aus Grundschulen in Rathenow, Premnitz, Milow, Nennhausen und Rhinow zur sogenannten Talentiade in der Havellandhalle der Kreisstadt getroffen, so Leege. Nach Auswertung eines von der Universität Potsdam erarbeiteten Motorik-Tests (Emotikon-Studie), an dem im Herbst vorigen Jahres alle Drittklässler im Land Brandenburg teilgenommen hatten, seien die eingeladenen Kinder als besonders talentiert eingestuft und vom Landes- und dem Kreissportbund eingeladen worden.
Die Mädchen und Jungen hätten sich in der Havellandhalle Trainern und Übungsleitern der Landesfachverbände sowie Sportvereinen aus der westhavelländischen Region vorgestellt. "Es galt mit tollen und abwechslungsreichen sportlichen Angeboten herauszufinden, ob für die jeweilige Sportart ein aussichtsreiches Talent dabei ist bzw. die noch nicht in einem Sportverein organisierten Kinder zu einem Probetraining einzuladen", wie der KSB-Geschäftsführer erläutert. Die Talente konnten sich im Kanurennsport (Rathenower WSV Kanu 1922), Rudern (Rathenower Ruder-Club Wiking), Bowling (Bundesleistungsstützpunkt Premnitz), Basketball (Red Eagles Rathenow) und Volleyball (Landesverband BRB) ausprobieren. Derweil konnten die Eltern sich bei den Trainern über Wege und Möglichkeiten einer gezielten sportlichen Entwicklung ihres Kindes informieren. "Jedes Kind bekam ein T-Shirt und eine Teilnehmerurkunde, und wer weiß - vielleicht war ja ein zukünftiger Olympiasieger unter ihnen", so Leege. Dass so etwas auch in der Havelregion tatsächlich der Fall sein kann, beweist eine Kanutin aus der Stadt Brandenburg. Als Sechsjährige war sie 1968 in der Sportart angekommen, in der sie später von einem Erfolg zum nächsten paddelte. Birgit Fischers Gesamtbilanz: Zwischen 1979 und 2005 wurde sie 27 mal Weltmeisterin. Sie nahm seit 1980 an sechs olympischen Sommerspielen teil, zuletzt 2004, und gewann jedes Mal mindestens einmal Gold. Insgesamt waren es acht Goldmedaillen.