Die Schuhe waren noch aus Leder, Schraubstollen noch nicht erfunden. Trikots, Hosen und Stutzen bestanden zu 100 Prozent aus Baumwolle. Es waren die Anfangsjahre des Fußballs im westlichen Havelland. Der 11. Oktober 1913 ging als Gründungsdatum des Mögeliner SC (MSC) in die regionale Geschichte des Sports ein.
Im Jahr 21 des 21. Jahrhunderts spielt die erste MSC-Männerschaft in der Kreisliga A des Havellands, die 2. Mannschaft tritt in der 2. Kreisklasse an. An diesem Sonntag, 31. Oktober 2021, stehen Heimspiele an.
Der erste Anpfiff ertönt um 12.00 Uhr. Die 2. Mannschaft empfängt Schlusslicht Empor Spaatz. Im Anschluss kommt es zum Duell unter Tabellennachbarn. Mit einem Heimsieg könnte sich die erste MSC-Mannschaft (Platz 8) an Alemania Fohrde vorbei schieben.

Nicht mehr so viele Zuschauer wie Mitte des 20. Jahrhunderts

Die Zahl der Zuschauer dürfte längst nicht jene Dimensionen erreichen wie damals, als Mögelin noch Punktspiele gegen den Rathenower Verein vom Vogelgesang ausgetragen hat. Das war in DDR-Zeiten, als der Verein BSG Motor Mögelin und der Gegner BSG Motor Rathenow hieß. In der Vereinschronik ist von den „goldenen“ 50er Jahren die Rede.
Das erstmalige Motor-Duell in der Bezirksliga Potsdam soll 2.800 Zuschauer ins Stadion Vogelgesang gelockt haben. In der Chronik existieren Aufnahmen von Spielen, die „volle Bude“ auch in Mögelin dokumentieren. Damas hieß der Sportplatz noch Haveleck.

Vom Haveleck zum Günther-Heitepriem-Sportplatz

Eine umfassende Erweiterung erfuhr dieser ab 1958. Nach fünf Jahren Bauzeit und unzähligen Aufbaustunden der BSG-Mitglieder wurde der Ernst-Thälmann-Sportplatz eingeweiht. Da war der Verein 50 Jahre alt.
Drei Jahre nach der Wende erfolgte die Umbenennung in Havelland-Sportplatz. Zu Ehren des 1923 geborenen und 2019 verstorbenen MSC-Urgesteins Günther Heitepriem  trägt der Sportplatz nun dessen Namen.

Jetzt mit Bambini, F- und E-Jugend

Im Jahr 2020 wurde in Flutlichttechnik investiert. Ferner schickt der Mögeliner SC ab der letztlich abgebrochenen Corona-Saison 2020/2021 eigenen Nachwuchs auf den Rasen. Inzwischen gibt es Bambini, F- und E-Jugend. Und freilich schnüren auch Alte Herren noch die Töppen. Zudem besteht beim MSC eine Tischtennis-Abteilung. Als Präsident des Sportclubs fungiert Fred Hansel.

Aktuell 189 Mitglieder im MSC

Wie er berichtet, zählt der MSC aktuell 189 Mitglieder. Was früher als Aufbaustunde bezeichnet wurde, heißt heute Eigenleistung. Aktive Beteiligung genießt hohen Stellenwert: „Wir in Mögelin machen vieles in Eigenleistung. Hier können die Mitglieder den Verein mitgestalten“, so Hansel.
Neben dem Flutlicht-Projekt, in das ein größtenteils durch Sponsoren finanzierter Eigenanteil von 8.000 Euro eingebracht werden konnte, wurde zuletzt ein Ballfangzaun errichtet. Ferner wurde das Kassenhaus erneuert. „Aktuell Planen wir eine Belüftungsanlage in den Räumen der Tischtennisspieler“, so der MSC-Präsident weiter.

Hoodies, Mützen, Shirts etc. im eigenen Online-Fan-Shop

Fred Hansel lässt nicht unerwähnt, dass auf der Internetseite des Vereins ein Fan-Shop installiert wurde. Dort sind Hoodies, Shirts, Mützen und andere textile Produkte mit MSC-Emblem verfügbar - sogar für Kinder und Babys, was potientiellen Nachwuchs im Dorf ansprechen kann. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft ihrer Kinder können sich Eltern per E-Mail an Info@moegleinersc.de an den Verein wenden.

„Mögelin hilft“ auch während vierter Corona-Welle

Präsident Fred Hansel bedankt sich bei allen Mitgliedern dafür, „dass sie auch während der Pandemie dem Verein treu geblieben sind.“ Einen ganz besonderen Dank richtet er an Thomas Mielke für seinen Einsatz bei der Vereinsaktion „Mögelin hilft“.
Schon während der ersten Corona-Welle hatten die zur sportlichen Untätigkeit verdammten MSC-Fußballer jenen Leuten im Dorf Hilfe angeboten, die sich nicht aus ihrer Wohnung trauten oder zur Corona-Risikogruppe gehörten. Die Aktion läuft auch während der vierten Welle. Thomas Mielke, ein Torwart, ist dabei besonders aktiv, so Hansel.