Die Führung über das 18 Hektar große Gelände begann an der ältesten noch erhaltenen Grabstelle des dritten, 1732 angelegten,  Friedhofs in Rathenow. Ab 1764 wurden hier Mitglieder der Apotheker-Familie Meuß/Schönermarck beerdigt. Unter den restaurierten Gräbern findet man auch das des Apothekers und Ziegelbesitzers Johann Friedrich Meuß (1818 bis 1878), seit 1877 Ehrenbürger der Stadt. Ein Gang über den Friedhof mit seinen historischen Grabstellen lassen die Rathenower Geschichte wieder lebendig werden. Hier finden sich die Gräber von Ziegeleibesitzern, der Zietenhusaren, Heimatdichter und anderer Künstler. Auch die Grabstätten weiterer Rathenower Ehrenbürger. Sowie das des langjährigen Stadtverordneten und Ehrenbürger Maximilian Hobrecht (1827 bis 1899).
Um andere historische Grabstellen bedeutender Bürger der Stadt zu erhalten, übernehmen Rathenower eine Patenschaft durch Nutzung für heutige Bestattungen ihrer Familienmitglieder. Dabei wird der vorhandene Grabstein der Ruhestätte erhalten. Ein Beispiel ist die Grabstelle des Stabstrompeters und Kapellmeisters der Zietenhusaren, Wilhelm F. Kostmann (1847 bis 1930), wo 2012/2013 Ilse und Paul Ziethe beerdigt wurden.
Viele Gräber erinnern an die über 200-jährige Tradition Rathenows als Wiege der optischen Industrie. Nicht nur die Grabstellen des Begründers der optischen Industrie J.H.A. Duncker, der Familie Busch und deren Nachfahren findet man noch auf dem historischen Friedhof. Unzählige Gräber erzählen die Geschichte der vielen optischen Kleinunternehmen und großen Firmen, die der Stadt Rathenow Ansehen und Wohlstand brachten. Der verstorbene Rathenower Martin Manns erforschte viele Jahre die Geschichte von Unternehmen der optischen Industrie. Sein Buch, als zweibändige Gesamtausgabe, "Rathenower Grabstätten vermitteln  Geschichte über Gründer, Inhaber und Eigentümer Rathenower optischer und artverwandter Unternehmen", ist auch in den Buchhandlungen erhältlich. Manns kennzeichnete diese Gräber, die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen, provisorisch durch ein einfaches Metallschildchen mit einem Brillensymbol. Nachfahren der Familie Otto Köppen ließen kürzlich das Grab ihres Vorfahren durch eine kleine zusätzliche Steinplatte mit einer stilisierten Brille als Optikergrab kennzeichnen. "Dies wäre eine geschmackvolle, wenn auch nicht die preiswerteste Möglichkeit zur künftigen Kennzeichnung der Optikergräber", so Christa Eißer.