Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen war auch im Landkreis Havelland bis Anfang Januar 2020 kein Thema. Wer mehr als 410 Euro an sogenannten Lohnersatzleistungen bezog, muss nun eine Einkommensteuererklärung abgeben. Viele Havelländer betreten damit steuerrechtliches Neuland.

Auch Verdienstausfallentschädigungen sind Lohnersatzleistungen

Laut Angaben des brandenburgischen Finanzministeriums müssen all diejenigen, die im abgelaufenen Kalenderjahr insgesamt mehr als 410 Euro an sogenannten Lohnersatzleistungen erhalten haben, eine Einkommensteuererklärung abgeben. Zu den Lohnersatzleistungen würden neben dem Kurzarbeitergeld unter anderem auch steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse, die Verdienstausfallentschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz, Krankengeld oder Elterngeld gehören.

Rund 8.600 havelländische Kurzarbeiter im April 2020

In Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen befanden sich im Februar 2020 nur zehn Havelländer. Schon im März wurden rund 4.300 havelländische Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt. Zur Verdoppelung der Zahl kam es bereits im April. Danach sank sie wieder. So geht es aus statistischen Online-Angaben der Agentur für Arbeit hervor. Den Tiefststand des Jahres gab es demnach mit 60 im Oktober. Anschließend ist die Zahl der Kurzarbeiter im Landkreis Havelland wieder drastisch gestiegen - bis Januar 2021 auf 2.160. 

Summe aus steuerpflichtigen Einkünften und steuerfreien Lohnersatzleistungen

Wie das Kurzarbeitergeld sind auch die anderen Lohnersatzleistungen steuerfrei. Doch hat das einen finanziellen Haken: Die Leistungen unterliegen dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Laut Finanzministerium werde der persönliche Steuersatz unter Berücksichtigung der Summe aus steuerpflichtigen Einkünften und steuerfreien Lohnersatzleistungen ermittelt. Dadurch ergebe sich für das zu versteuernde Einkommen unter Umständen ein höherer Steuersatz.
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