"Steine in der Geschichte - ein Rathenower Urgestein blickt nicht nur zurück" ist das Projekt der Pestalozzi-Schüler überschrieben. Die Zehntklässler interviewten den lokalen Unternehmer Werner Knake. Er ist Gründer und Inhaber der Knake Naturstein GmbH in Rathenow. Bei seinem Unternehmen handelt es sich um die erste Unternehmensgründung in der Stadt nach dem Fall der Mauer. Er gilt für die Schüler als Zeitzeuge für das Leben in der DDR, die Zeit der politischen Wende und der regionalen Wirtschaftsgeschichte.
Zuerst, so heißt es in der Beschreibung des eingereichten Beitrags, haben sich die Jungen und Mädchen Hintergrundwissen rund um die deutsche Einheit, den Fall der Mauer und den Ereignissen in 1989 und 1990 erworben. Das Zeitzeugeninterview mit Werner Knake zeigt zudem seinen beruflichen Werdegang, aber auch das Lebensgefühl und die soziale Absicherung in den verschiedenen Zeiten.
Über die Zeit des Sozialismus erfuhren sie von der guten Grundsicherung und dem qualitativ hohen Bildungssystem, aber auch von der SED, der Arbeit der Stasi, von Bespitzelung, Hausdurchsuchungen und Untersuchungshaft und der steigenden Unzufriedenheit der DDR-Bürger mit dem System. Ausführlich und voller Emotionen schilderte der Rathenower Unternehmer die Montagsdemonstrationen in Leipzig sowie die Dienstagsdemos in Rathenow.  Anhand der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen und der Standorterweiterungen der Firma stellte der Unternehmer den Schülern die positive Entwicklung des Unternehmens dar. Staunend vollzogen sie an der Weltkarte nach, von wo überall aus in der Welt der Transport von Natursteinen nach Rathenow erfolgt.
Die Schüler erhielten mit den Ausführungen des Zeitzeugen einen ganz besonderen Einblick in die Rathenower Wendezeit und die Zeit danach bis heute.
Die 35 Beiträge, die Chancen auf die sieben Hauptpreise haben sind nun bekannt. Am 23. Juni findet dann die digitale Preisverleihung statt. Drei erste Preise und vier zweite Preise werden vergeben. Die ersten Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert, zweite Preise mit 1.500 Euro. Zudem werden 25 Förderpreise vergeben, die mit je 500 Euro dotiert sind. Die Geldpreise sollen der weiteren politischen Bildungsarbeit an den Institutionen, an die die jeweilige Wettbewerbsgruppe angesiedelt ist, zugute kommen.
Die Bundesstiftung für Aufarbeitung möchte mit dem bundesweiten Wettbewerb zur Aufarbeitung der Umbruchs- und Transformationsphase in Deutschland seit der politischen Wende beitragen.
Infos: umbruchszeiten.de/gewinnerprojekte/rathenower-urgestein/