Einen Vor-Ort-Termin des Ordnungsausschusses mit Bürgeramtsleiter Reinbern Erben in der Berliner Straße zu regelmäßigen Verkehrsverstößen, gerade an den Kreisverkehren, nahmen die Ausschussmitglieder Karl-Reinhold Granzow (Die Linke) und Horst Schwenzer (FDP/Freie Wähler), der sachkundige Einwohner Gisbert Damm sowie ADFC-Ortsgruppensprecher Jens Gericke zum Anlass einer späteren Verkehrsbeobachtung. An zwei Tagen notierten sie jeweils eine halbe Stunde lang Verstöße.

„Radfahrer fährt auf Gehweg“

„Unsere Beobachtung ist eine Momentaufnahme, ohne zum Vergleich die Gesamtzahl der Verkehrsteilnehmer zu erfassen. Sie kann aber als Diskussionsgrundlage dienen“, so Jens Gericke. Die insgesamt meisten Verstöße an den drei Kreisverkehren waren 80 Mal „Radfahrer fährt auf Gehweg“, davon 46 Mal am Kreisel B102. „Kfz blinkt nicht beim Ausfahren“ wurde insgesamt 211 Mal notiert.
Es gab noch zahlreiche andere Verstöße. Beispielsweise wurden im Kreisel an der Goethestraße sechs Kraftfahrzeuge dabei beobachtet, wie sie Radfahrer überholten, sowie vier Kfz, die erst auf dem Zebrastreifen zum Stehen kamen.

Oft riskante Einfahrt in Kreisel

„Am Kreisel B102, noch vor der Straßensperrung, war auffällig, dass bei hohem Fahrzeugaufkommen die Einfahrt in den Kreisel aus der Fehrbelliner Straße oft in riskanter Weise erfolgte. Dabei hatten immer wieder Kfz-Fahrer zur Ausfahrt Steinstraße das Blinken vergessen“, so Gisbert Damm. „Das signifikant erhöhte Befahren des Fußweges aus der Fehrbelliner Straße in die Steinstraße sei offenbar der Tatsache geschuldet, dass die Einfädelung des Radweges in die Fahrbahn bei der hohen Fahrzeugdichte vielen Radfahren zu riskant erscheint, wie Damm vermutet.

Auch rücksichtslose Fußgänger

„Die Unkenntnis, aber auch das Verhalten von Rad- und Autofahrern in der Stadt ist erschreckend. Auch Fußgänger betreten den Zebrastreifen ohne vorher mal auf den Verkehr zu achten“, so Reinbern Erben. „Inzwischen hat die Stadt die Unfallstatistik 2018 bis 2020 und wird sie für die drei Kreisverkehre, den Kreisverkehr Große Milower Straße sowie, zum Vergleich, die der Stadt insgesamt auswerten. Danach werden wir das Gespräch mit der Polizei und dem Landkreis führen.“