Peta beruft sich dabei auf die "Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). In den Leitlinien steht unter anderem, dass das Mitführen von hochtragenden, in der Geburt befindlichen und säugenden Zirkustieren im Reisebetrieb grundsätzlich abgelehnt wird. Ein konkretes Verbot ist dort nicht zu finden.
Allerdings steht in den Leitlinien im Unterpunkt Transport, dass Säugetiere nur dann nicht transportiert werden dürfen, wenn sie voraussichtlich während des Transports gebären oder vor weniger als 48 Stunden geboren haben. In diesem Punkt beruft sich die Zirkustier-Leitlinie auf die "Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport" vom 11. Juni 1999. Mittlerweile ist diese nationale Verordnung durch eine EU-Verordnung von 2005 abgelöst worden. In der wiederum heißt es, dass Tiere sieben Tage nach der Niederkunft nicht transportiert werden sollten bzw. bei Jungtieren der Nabel verheilt sein muss.
Wie auf Anfrage in der Kreisverwaltung zu erfahren war, wird der Zirkus, wie alle anderen, die durch den Kreis ziehen, an jedem Gastspielort tierärztlich überprüft. Die Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen, wie Pressesprecherin Caterina Rönnert am Donnerstag mitteilte. Somit ist eine Entscheidung bezüglich der Peta-Anzeige und der Forderung nach einem Bußgeld noch nicht gefallen. Allerdings, so Rönnert weiter, sei das Kamelbaby bereits von einer Tierärztin in Augenschein genommen worden, und es gehe ihm gut. Mittlerweile sei der Zirkus in Falkensee angekommen und wird dort auch noch eine Weile bleiben.