Gebannt und ob der Technik eventuell erst mit etwas Verzögerung erhielten Lehrer, Schüler- und Elternvertreter und auch Gäste aus Partnerunternehmen die frohe Botschaft am Donnerstag vergangener Woche per Livestream. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), nannte die Bundessieger in den jeweiligen Kategorien. "Noch bevor wir den Beitrag zur Kategorie Gesellschaft und Bildung sahen, rief der rbb an und gratulierte. So haben wir hier von unserem Sieg erfahren", so Jana Brandstäter.
Ausgelassen war die Stimmung erst nach Klöckners Worten, so dass der Gewinn eines Förderpreises beinahe in der Aula der Oberschule nicht bemerkt worden wäre. Dadurch erhält die Bildungseinrichtung völlig unerwartet 7.500 Euro.  "Wir werden mit allen Lehrern, Eltern- und Schülervertretern beraten, wie das Geld eingesetzt wird", so Brandstäter weiter.
In den 7. und 10. Klassen findet Unterricht in der Schulküche statt. Zudem bietet Manfred Müller für bis zu zwölf Schüler die AG Kochen und Backen an zwei Tagen pro Woche  an. "Fast alle Schüler unserer Schule sind involviert", sagt Constanze Seeger, stellvertretende Direktorin. Sie hatte mit Brandstäter die Bewerbung für den Bundeswettbewerb "Zu gut für die Tonne" ausgearbeitet. Es war der dritte Anlauf.In den beiden Jahren zuvor ging die Schule leer aus.
"Keiner", so Brandstäter, "hatte so richtig daran geglaubt, dass wir den Bundespreis holen." Die Rathenower gingen in einem starken Bewerberfeld an den Start. Zudem sollte das eingereichte Projekt eine hohe Zahl von Schülern ansprechen. An der Duncker-Oberschule lernen jedoch lediglich 210 Mädchen und Jungen. Diese befassen sich aber umso intensiver mit dem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln - nicht nur in der Schule und in der AG. "Die Schüler tragen diese Gedanken mit nach Hause und verstärken so das Bewusstsein dafür", so Brandstäter. In Zeiten der Schulschließung wegen Corona hatten die Schüler unter anderem die Aufgabe, aus den Lebensmitteln, die sie im Kühlschrank finden, ein Essen zu kochen und alles zu dokumentieren. Dabei seien tolle Sachen entstanden, wie Brandstäter lobt.
Bereits bevor die Bildungseinrichtung in das Haus der Duncker-Schule einzog, gab es das Projekt, mit den Schülern nachhaltig zu kochen und zu backen. Mit der eigens im Schulgebäude in der Schleusenstraße eingerichteten Küche ist es derartig forciert worden, dass die Oberschule bereits die Titel "Verbraucherschule" in Silber und in Gold erlangte. Ein Begleiter auf dem Weg bis hin zum Wettbewerb "Zu gut für die Tonne" war insbesondere das mittelmärkische Gut Herrenhölzer (bei Bensdorf), das die Rathenower Schule mit Spargel, Erdbeeren und Heidelbeeren beliefert, die an Ständen nicht mehr verkauft werden können, aber zu gut für die Tonne sind.