2015 und 2016 waren schwierige Jahre für Schulen, Schüler und Lehrer in Brandenburg, räumt Ex-Lehrerin und Landtagsabgeordnete Kathrin Dannenberg ein. Als einen Grund benennt sie den Lehrermangel im ganzen Land.
Ursachen? Die Brandenburger Lehrerschaft werde zu schlecht bezahlt. Allein der riesige Berliner Lehrerbedarf dürfte für weitere Abwanderung von Lehrern sorgen. Junglehrer meiden zudem für sie unattraktive ländliche Gegenden Brandenburgs als Arbeitsort. Selbst eine angebotene "Buschzulage" hat nichts gebracht. "Mängelfächer" wie Mathe, Physik, Biologie, wo landesweit Lehrer fehlen, stehen nicht hoch in der Gunst von Studierenden. Die Lehrerschaft in der Uckermark ist im Schnitt gut 52 Jahre alt, älter als der Landesdurchschnitt. Die Universität Potsdam könnte im günstigsten Fall erst 2026 bis 2028 mehr Lehrer als derzeit in die Praxis schicken.
Dannenberg sieht Versäumnisse der CDU/SPD-Regierung von 2001 bis 2008. Diese hätte damals 1300 Lehrer eingestellt. Seit 2009 habe die Rot-Rote-Nachfolgerregierung 6000 neue in die Schulen geschickt. 2018/2019 soll die Zahl der Lehrer von 16900 auf 18700 steigen.
Klingt nach Besserung, aber der Teufel steckt im Detail. 600 davon sollen die stagnierende Inklusion für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf vorantreiben, 500 Flüchtlingskindern und -jugendlichen die Integration ermöglichen. 50 gehen an Schulzentren, die von den Linken bevorzugte Schulform zum gemeinsamen Lernen in den Klassen 1 bis 10 beziehungsweise bis zum Abitur. Auch Spätentwickler hätten dort eine bessere Chance zum Erreichen der Hochschulreife. Was bleibt dann noch an neuen Lehrern, um den Unterrichtsausfall einzudämmen? In Schwedt ist davon nichts oder wenig angekommen, machte Steffen Knauthe, Schulelternsprecher an der Talsandschule, seinem Ärger Luft. 2014 hätte es massive Ausfälle in Deutsch, Mathe und Polnisch gegeben. 2015 war der Chemieunterricht Sorgenkind. 2016 war es Französisch. An anderen weiterführenden Schulen soll es schlimmer sein. Das Schulamt Frankfurt habe Schulen und Lehrer, Schüler und Eltern im Regen stehen gelassen. Die Abgeordneten hätten keinen Zugriff auf das Schulamt, entgegneten die Politikerinnen. Aufforderung von Elternvertretern in Schwedt: "Sagen Sie dem Minister: Mach deine Arbeit oder geh!"