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"1, 2 3, - Licht aus, Film ab" riefen die Mädchen und Jungen im Kinosaal und jubelten. Die Grundschüler hatten am Dienstag ihren Unterricht ins Filmforum verlegt. Mehrere Kurzfilme flimmerten über die Kinoleinwand, die auf Drehbüchern von Kindern basieren. Darunter der Streifen "Gewinner" nach der Vorlage "Verfolgung mit Happy End" des Schwedter Schülers Max Schell. Hauptdarsteller Paul wird darin Zeuge, wie eine Räuberbande eine Lieferung Fahrräder klaut. Ausgerechnet die, die für ein Kinderheim bestimmt sind, in dem Pauls bester Freund wohnt. Mutig stellen sich Paul und seine Freunde den Verbrechern in den Weg und machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Schüler lachen, erkennen, dass an Schwedter Schauplätzen gedreht wurde, erkennen Freunde im Film wieder. Selbst der Leiter der Schwedter Polizei, Gerhard Hildebrandt, hat darin eine Rolle übernommen. Theaterschauspieler spielten die Bösewichte.
Das Projekt bekommt in Schwedt starke Unterstützung. Auch Stadtwerke und Technische Werke sind dabei. Pressesprecherin Karin Hadinek erklärt, warum: "Das ist das Kinopublikum der Zukunft und wir sind die Kinobetreiber in Schwedt. Außerdem machen wir so sichtbar, wie viel Spaß Kinder in Schwedt haben können."
Das war schon beim dritten Projektstart im Filmforum unüberhörbar. Projektbetreuerin Gabriela Zorn war bass erstaunt, wie sachkundig die Mädchen und Jungen mit ihr über soziale Netzwerke reden konnten, was sie über einen Filmtrailer wussten und wie viel Lust sie - bei allem Respekt vor der Aufgabe - hatten, selbst einen Kurzfilm zu machen.
Auf der vorläufigen Berufswunschliste etlicher Schüler im Filmforum stehen Schauspieler, Sänger, Masken- oder Bühnenbildner weit oben. Sophie aus der Astrid-Lindgren-Grundschule hat schon Bühnenerfahrung. Als Wichtel und Elfe stand sie schon im Stück "Hinterhalt im Elfenwald" auf der Bühne. Lilly und Frederike aus der Waldrandschule haben zu Hause schon mit Freunden kleine Filme gedreht.
Lehrerin Ines Schröder aus der Waldrandschule bestätigt: "Viele wollen Schauspieler werden, aber für uns ermöglicht das Projekt, aus den Kindern auf ungeahnte Weise Kreativität rauszukitzeln, ihre Schreiblust zu wecken. Was möglich ist, hat Max Schell ja gezeigt."
Doch vor den Preis haben die Filmgötter den Fleiß gesetzt. In der ersten Runde sind die Schüler zu einem Schreibwettbewerb eingeladen. Thema: Zuhause. Darja hat schon eine Idee: "Früher wohnten in Schwedt über 50000 Menschen, heute nur noch gut 30000. Viele Mitschüler und Freunde sind weg ..." Aus der besten Geschichte entsteht mit Unterstützung einer Drehbuchautorin das Drehbuch für den Kurzfilm. In den Herbstferien wird dann mit Unterstützung von Profis eine Woche gedreht. Schüler schauspielern an der Seite von Profis, basteln an Kulissen, lernen, das Filmemachen harte Arbeit und viel Spaß ist.
Zur Premiere in Richtung Jahresende sind dann wieder alle Teilnehmer ins Filmforum eingeladen. Der Kurzfilm wird auch in Berlin und der Uckermark-Kreisstadt Prenzlau gezeigt.
Wollt Ihr Filme sehen? "Jaaaaaaa!", riefen am Dienstagvormittag Mädchen und Jungen aus mehreren Schwedter Grundschulen zum Auftakt des Projekts "Kinder machen Kurzfilm" im Filmforum Schwedt.Foto: MOZ/Oliver Voigt
Projekt mit Schülern startet im Schwedter Kino / Premiere zum Jahresende im Filmforum