Mit dem Erreichen eines Mastbetriebs in der Uckermark gibt es ein neues Schreckensszenario in Sachen Afrikanische Schweinepest in der Region. 1100 Tiere wurden am Wochenende auf Anordnung des Amtstierarztes gekeult und unschädlich beseitigt. Zur weiteren Bekämpfung des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in einem Hausschweinbestand wurde durch den Landkreis eine Tierseuchenallgemeinverfügung erlassen. „Damit werden um den Ausbruchsort Restriktionsgebiete festgelegt und verschiedene Maßnahmen angeordnet“, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung.
Im Unterschied zu ASP-Ausbrüchen bei Wildschweinen richten sich die Anordnungen ausschließlich an schweinehaltende Betriebe und Privatpersonen. Es gibt also keine weiteren Einschränkungen, wie das Betreten oder Befahren landwirtschaftlicher Flächen in den Restriktionsgebieten, Einbringen der Ernte und mehr.

Sperrbezirk mit Radius von drei Kilometern um Ausbruchsort eingerichtet

Der Sperrbezirk, der in einem Radius von 3 Kilometern um den Ausbruchsort, eingerichtet wird, umfasst Gemeinden, Gemarkungen, Orts- und Gemeindeteile. In der Stadt Prenzlau die Gemarkungen Seelübbe, Magnushof, Dreyershof, Augustenfelde, Ewaldshof, Alexanderhof und Alexanderhöhe sowie das gesamte Gebiet des Unteruckersees sowie im Amt Gramzow in der Gemeinde Uckerfelde die Ortslage Bietikow.
In der Allgemeinverfügung werden für den Sperrbezirk insgesamt 14 Maßnahmen angeordnet. „Unter anderem dürfen aus oder in die hier ansässigen Bestände keine Schweine verbracht werden. Dies betreffe auch verendete oder getötete Schweine, Fleisch, Sperma, Eizellen und Embryonen von Schweinen. Auch Hausschlachtungen sind verboten. Andere Haustiere als Schweine, ausgenommen Bienen, dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde aus einem oder in einen Betrieb mit Schweinehaltung verbracht werden. Die Halter von Schweinen haben sämtliche Tiere abzusondern.“

Ausnahmen nur auf Antrag durch Veterinäramt möglich

In einem Radius von 10 Kilometern um den Ausbruchsort wird ein Beobachtungsgebiet eingerichtet, in dem Schweine nicht auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, getrieben oder transportiert werden. Verendete oder getötete Schweine, Fleisch, Sperma, Eizellen und Embryonen von Schweinen dürfen hier ebenfalls nicht verbracht werden. Ausnahmen können auf Antrag durch das Veterinäramt erteilt werden.
Der Wortlaut der Tierseuchenallgemeinverfügung, inklusive detaillierter Karten, ist ab dem 7. Juli auf der Internetseite des Landkreises Uckermark veröffentlicht.
Amtstierarzt Dr. Achim Wendlandt erinnert noch einmal eindringlichst alle schweinehaltenden Betriebe und Privatpersonen, ihre Bestände – soweit noch nicht erfolgt - im Veterinäramt in Prenzlau unter der Rufnummer 03984 70-1139 zu melden. Außerdem wird vom Veterinäramt darauf verwiesen, die allgemeinen Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Dazu gehört unter anderem, vor und nach Betreten des Stalles Schuhe und Kleidung zu wechseln und Desinfektionsmaßnahmen zu befolgen.
Der Wortlaut der Tierseuchenallgemeinverfügung, inklusive detaillierter Karten, ist ab dem 7. Juli auf der Internetseite des Landkreises Uckermark veröffentlicht.