Für viele Erwachsene in Deutschland sind Probleme mit dem Lesen und Schreiben kaum zu überwindende Alltagshürden. In der Uckermark sind es schätzungsweise mehr als 10000. Bundesweit wird ihre Zahl auf 7,5 Millionen geschätzt.
Um auf Hilfsangebote für sie aufmerksam zu machen, rollt das Alfa-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung derzeit durch die Uckermark. Am Mittwoch machte es Halt am Oder-Center in Schwedt. Am heutigen Donnerstag legt es von 10 bis14 Uhr einen Zwischenstopp auf dem Marktplatz in Angermünde ein.
Das Alfa-Mobil bringt Aufklärung und Hilfsangebote mit, die an den Volkshochschulen existieren. "Viele Menschen sprechen uns spontan an und informieren sich über Kursangebote vor Ort", sagt Alfa-Mobil-Mitarbeiterin Juliane Averdung. Deshalb arbeitet das bundesweit tätige Projekt mit lokalen Ansprechpartnern zusammen. In der Uckermark ist es das Grundbildungszentrum Uckermark der Kreisvolkshochschule. An dessen Stand konnte jedermann sich am Mittwoch in Schwedt über die Lernmöglichkeiten informieren. "Wir freuen uns über alle Interessierten", sagte Dozent Carsten Ablaß vom Grundbildungszentrum. "Nicht nur Menschen, die Lernen wollen, sondern alle. Denn jeder kann als Helfer und Vermittler gefragt sein. Sich selber aufrappeln, einen Kurs suchen und dann auch noch zu starten ist für viele Betroffene eine Überforderung. Aber jeder kann Lesen und Schreiben lernen, wenn es keine Behinderungen gibt". Verwandte, Freunde, Kollegen, alle mit viel Kundenkontakt können Menschen mit Lernbedarf unterstützen, sich auf den Weg zu machen, heißt es im Alfa-Mobil.
Auch die Lerner aus Kursen der Volkshochschule, die mit am Alfa-Mobil-Stand sind, bestätigen das. Ihre Erfahrung gab der Kampagne den Namen: "Nur Mut! Der nächste Schritt lohnt sich." * Name geändert