Im Beisein von Gästen aus beiden Gemeinden sowie aus Mark Landin erklärte Bürgermeister Polzehl, dass die Gespräche noch im August starten sollen. Angesichts der  Auflösungserscheinungen im Amt Oder-Welse und des bevorstehenden Wechsels von Schöneberg nach Schwedt sagte Polzehl: "Wir hoffen, dass die Zeit des Taktierens vorbei ist und wir auch zügig zu Handlungen kommen können. Die Bürger brauchen und erwarten zu Recht Orientierung."
Die Gemeindevertretungen von Berkholz-Meyenburg  und Passow hatten signalisiert, zum­ ­1. Januar 2021 aus dem Amt Oder-Welse nach Schwedt wechseln zu wollen. Ob und wann diese Eingemeindungen genehmigt werden können, hänge auch von einer Lösung für Landin und Pinnow ab, so Polzehl. Schwedt stehe auch diesen Gemeinden für Gespräche bereit und sei ebenso offen für einen Wechsel des ganzen Amtes, bei dem alle Amtsmitarbeiter in der Stadtverwaltung unterkommen würden. In Richtung Mark Landin und Pinnow sagte Polzehl, dass realistische Signale dieser Gemeinden hilfreich wären, welchen Weg sie anstreben. Der bisherige Vorschlag einer Einheitsgemeinde von Pinnow und Mark Landin sei laut Innenministerium nicht umsetzbar.
Ein Zusammenrücken von Stadt und Land sei zukunftsfähig und geeignet, die Potenziale zu bündeln, sagte der Bürgermeister angesichts der weitreichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie, zum Beispiel  bei der Konjunkturförderung oder Weiterentwicklung des gemeindlichen Lebens.
Vor der Beschlussfassung hatten die Stadtverordneten Vertretern der Nachbargemeinde Rederecht für Fragen zur Eingemeindung erteilt. Hans-Otto Gerlach aus Berkholz fragte, welchen Zeitraum Polzehl für den Übergang nach Schwedt für realistisch einschätze. "Wenn ich das wüsste!", antwortet dieser und erläuterte, dass er eine Vorlage des Gebietsänderungsvertrages im September für machbar halte und keine Probleme sehe, die dagegen stünden, räumte aber gleichzeitig ein, dass dies davon abhänge, ob die Partner bei den Verhandlungen aufeinander zu gehen oder ob es zu ähnlichen Problemen wie in Schöneberg komme.

Amtserhalt nicht zielführend

In der Debatte erkundigten sich Stadtverordnete danach, welche Wege Pinnow und Mark Landin offen stehen. Für die Bildung einer Einheitsgemeinde seien die Gemeinden zu klein, antwortete Polzehl. Sie wäre mit knapp über 1000 Einwohnern die kleinste Einheitsgemeinde Brandenburgs und aus Sicht des Ministerium nicht überlebensfähig. Als genausowenig zielführend bezeichnete Polzehl die jüngsten Signale aus Pinnow zum angestrebten Amtserhalt. Ob nicht Klagen aus Pinnow und Mark Landin gegen die Eingemeindungen von Berkholz-Meyenburg und Passow zu erwarten seien, fragte Stadtverordneter Axel Reineke. Klagen seien in jedem Verfahren möglich, antwortete Jürgen Polzehl, ebenso eine Zuordnung durch das Ministerium. Er hoffe aber, dass es zu freiwilligen Schritten komme, die wären für Landin und Pinnow mit Angermünde oder Schwedt möglich.

Signal und Gesprächsangebot für das Umland


Gerd Regler, Bürgermeister von Berkholz-Meyenburg, verfolgte die Sitzung der Schwedter Stadtverordneten als Gast. Nach dem Beschluss sagte er: "Wir freuen uns, dass Schwedt so zügig handelt und keinen Zeitverzug zulassen will. Der Beschluss ist ein wichtiges Signal für unsere Bürger, dass die Stadt uns mit offenen Armen empfängt."

Andreas Grote, Stadtverordneter Die Linke: "Für mich ist nachvollziehbar, wenn Gemeinden eigenständig sein wollen, auch wenn die Eigenständigkeit bei deren Finanzsituation eher fraglich ist. Deshalb sollte man mit Landin und Pinnow auch über eine mögliche Mitverwaltung sprechen." md