Wenn Kunst und Kultur zum Schutz ihrer Rezipienten überall auf Sparflamme gedreht sind, ist selbst eine Fotoausstellung schon ein willkommenes Ventil. Die Ausstellung „Anders gesehen“ des Fotoclubs Uckermark in der Galerie am Kietz hätten Kunstfreunde zwar gern anders gesehen, nicht mit Maske vor dem Gesicht und auf Abstand zwischen Künstlern und Besuchern. Dass die Fotoschau aber überhaupt zustande kam und dem omnipräsenten Thema Corona etwas ganz Anderes, Erfreuliches, Sehenswertes, Inspirierendes entgegensetzt, dafür waren die 14 Fotografen und mehr als 70 Gäste der Vernissage am Wochenende sichtlich dankbar.

Pocahontas, Rotkäppchen und Elfe

Wenn Fotografen ihre besten Bilder auswählen sollen, sind fast immer Porträts und Akte von Frauen oder Bildmotive mit Frauen dabei. Die Schönheit des weiblichen Geschlechts ist auch für die meisten Mitglieder des Fotoclubs immer noch eins der reizvollsten Fotomotive. Ob als Beauty-Girl hinter Ananasfrüchten, Elfe im Wald, Pocahontas, im Spiegelporträt, als Rotkäppchen im Wald oder in sinnlicher Berühung – fast jedes der Clubmitglieder zwischen 30 und 65 aus Schwedt, Prenzlau, Angermünde, Casekow oder Seehausen hat eine reizvolle Tochter der Uckermark als Fotomotiv in Szene gesetzt.

Rätseln und Staunen vorm Panorama

Die Porträts und Frauenbilder von Hendrik Radmer, Enrico Hoffmann, Luba Schubring und Stefanie Schulz sind sehenswerte Beispiele. Dass die Uckermark noch andere Reize zu bieten hat, zeigen Thomas Büsching mit seiner faszinierenden Makroaufnahmen einer Fliege, Heiko Lehmann mit kuscheligen Fuchswelpen und Oliver Voigt mit dem Panorama einer uckermärkischen Hügel- und Seenlandschaft vor Schwedt. Mit dem ungewöhnlichen Blick von oben auf eine allen bekannte Landschaft, nur eben vom Boden aus, brachte der Fotoreporter viele Betrachter ins Staunen und Rätseln, wo die Uckermark so reizvoll schön ist.

„Anders gesehen“, Ausstellung des Fotoclubs Uckermark, Galerie am Kietz, bis 12. November: Di, Mi 10-16 Uhr, Do 10-18 Uhr, So 15-17 Uhr