Heidi Poller und Anne Mollnar verteilten Kaffee und Kuchen an den Bürgermeister und andere Vertreter aus dem Rathaus. Als Jürgen Polzehl vor den Anwesenden die Hartnäckigkeit des Bauamtsleiters Thomas Ziesche und die gute Koordination durch die Bauverantwortliche Ute Richter lobte, spendeten die Anwohner sogar lauten Beifall. Manfred Poller, früher Stadtverordneter und bekannt als kritischer Zeitgeist und engagierter Verfechter von Bürgerinteressen, bedankte sich im Namen der Siedlung in einer kurzen Ansprache bei der Stadt.
Treppensteigen mit Einkauf
Er erinnerte daran, dass die Fuß- und Radwegbrücke jahrzehntelang die Siedlung und ihre Sportstätten mit den Wohnkomplexen 6 bis 8 verband, als Zugang zum Bahnhof Schwedt-West diente und gute Dienste geleistet habe, aber die Nutzung mit dem fortschreitenden Alter der Bevölkerung auch immer beschwerlicher wurde. "Silvester schauten wir uns von der Brücke aus immer das Feuerwerk in der Stadt an. Aber jeder von uns wird sich auch noch daran erinnern, was es für eine Anstrengung war, mit dem Rad die Brücke hoch zu schieben mit vollen Einkaufstaschen rechts und links am Lenker und einem Bierkasten auf dem Gepäckträger", erinnerte Manfred Poller unter dem Gelächter der Anwesenden.
Viele Anwohner der "Prinzensiedlung", wie das Eigenheimgebiet von PCK-Mitarbeitern am ehemaligen Stadtbad im Volksmund genannt wurde, sind heute Rentner, nicht wenige Häuser haben schon neue Eigentümer, junge Familien mit Kindern. Für alle stellt die bequemere Wegeverbindung ohne Treppenstufen in Richtung Talsand eine enorme Verbesserung dar.
Langer Kampf mit der Bahn
Die Stadt hat 14 Jahre seit ihrem ersten Schreiben an die Bahn für das Vorhaben gekämpft. Die Bahn hatte wenig Interesse daran, die Brücke mit einem niveaugleichen Übergang zu ersetzen, der grundsätzlich ein höheres Sicherheitsrisiko darstellt. Letztlich konnte sich die Stadt aber durchsetzen. Sie hielt den Ersatz der maroden Stahlbrücke nicht mehr zeitgemäß und setzte sich für eine barrierefreie Lösung für Ältere, Radfahrer und Kinderwagen ein. Abriss und Neubau kosteten 345 000 Euro. Dank einer Förderung durch das Land  von 230 00 Euro musste die Stadt lediglich 115 000 Euro selbst aufbringen.
Am Überweg müssen Fahrradfahrer zur Sicherheit absteigen. An der Bahnstrecke wurden Pfeiftafeln aufgestellt, an den die Zugführer einen drei Sekunden langen Pfeifton zur Warnung  betätigen müssen.