Im vorletzten Kampf des Tages kam in der mit gut 300 Besuchern gut gefüllten Halle endlich die erhoffte Boxstimmung auf. Es sollte nach einem knappen 9:8-Zwischenstand zugunsten des Gastgebers das beste und zugleich entscheidende Gefecht werden. Der in dieser Saison erfolgreichste UBV-Boxer, der Prenzlauer Roy Baumann (bisher drei Siege aus vier Kämpfen), duellierte sich mit dem Berliner Mateusz Okbi, nutzte von Beginn an seine etwas größere Reichweite zu überlegten Aktionen aus und ließ seinen Gegner kaum in die Nahdistanz kommen. Das Publikum war begeistert, musste in der zweiten Runde aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es für Baumann kein Spaziergang im Ring wird. "Das war Boxen aus dem Rückwärtsgang fast in Perfektion", lobte UBV-Trainer Christoph Woditschka später insbesondere den Auftritt in der dritten Runde. Immer wieder fanden Schläge ihr Ziel und am einstimmigen Punktsieg des Gastgeber-Kämpfers gab es am Ende keinen Zweifel.
Der Kampftag hatte mit einem Geschenk für den UBV 48 begonnen: Hertha BSC konnte das 53-kg-Limit nicht besetzen, sodass der Gastgeber gleich mal mit 2:0 in Front zog. Tomasz Resol (57 kg), der wie vor einer Woche auf Marko Lebeda traf, dominierte spätestens ab der zweiten Runde eindeutig und es hieß somit 4:1 für den UBV 48. Die beiden nächsten Auseinanderansetzungen gingen dann aber an die Hauptstädter. Sehr mutig stellte sich Mirco Michael in der 61-kg-Klasse seinem Berliner Kontrahenten Hambarzumjan Gurgen, doch dessen größere boxerische Fähigkeiten setzten sich schließlich durch. Und Daniel Jaß hatte danach für das Heim-Team gegen den auch bereits international erfolgreichen Theo Krechlok (65 kg) keinerlei Siegchancen.
So hieß es zur Pause 6:5 für die Oderstädter, die folglich noch zwei Siege brauchten, um endlich den erhofften ersten Saisonerfolg feiern zu können. Samwel Daschyan, der diesmal seinen Bruder Artjom im Schwedter Ring ersetzte, zeigte gegen Dadaev Zelimhan ein sehenswertes Gefecht - beide boxten mit "Auge", Daschyan aber brachte die eine oder andere Hand mehr ins Ziel - vielleicht gab sogar der allerletzte Körpertreffer zwei Sekunden vor dem Schlussgong den Ausschlag für den knappen Erfolg mit 2:1 Richterstimmen.
Evgenij Jabs (76-kg-Limit) wollte trotz der deutlichen Niederlage vor einer Woche seinem Schwedter Publikum einen ansprechenden Kampf zeigen und für sein Team punkten. Ziemlich schnell aber merkten Verantwortliche und Fans, dass der Fitnesszustand des Oderstädters einfach noch nicht wieder für ein solches Bundesliga-Gefecht ausreicht. Abdulrahman Abu-Lubdeh konnte für die Berliner Farben fast nach Belieben seine Fäuste ins Ziel bringen und wurde zum eistimmigen Punktsieger. Der eingangs geschilderte Auftritt von Roy Baumann sollte danach die Fronten klären.
Im abschließenden Duell versäumte es Laimonas Orintas für den UBV 48 zwei Runden lang, sein Können in die Waagschale zu werfen. Als er es im Schlussdurchgang eindrucksvoll tat, erreichte er damit im Limit +82 kg immerhin noch ein Remis.
Nach diesem 12:10 ist nun am kommenden Sonnabend BT Hanse Wismar in Schwedt zu Gast. Der Hinkampf endete 14:10 für die Mecklenburger. Und die haben an diesem Wochenende 12:11 in Chemnitz gewonnen.