Mehrere Geldscheine hat ein Trickbetrüger am Dienstag einer Frau in Schwedt gestohlen. Die Geschädigte zeigte den Fall bei der Polizei an, um andere Menschen vor dem Tätern zu warnen. Der Betrüger hatte ihre Hilfsbereitschaft mit dem sogenannten Geldwechseltrick ausgenutzt.
Der Fall ereignete sich am Dienstagvormittag auf dem Parkplatz vor dem Obi-Baumarkt in Schwedt. Die 79-jährige Kundin war gerade dabei, eingekauften Pflanzen ins Auto zu packen, da kam ein Mann auf sie zu und bat sie wortlos um Wechselgeld. Später beschreibt die Frau ihn als etwa 50 Jahre alt und 1,70 bis 1,75 Meter groß.

Plötzlich griff der Täter ins Portemonnaie

Er hatte eine Zwei-Euro-Münze in der ausgeschreckten Hand und deutete in die Richtung der Einkaufswagen. Die Frau schaute in ihrem Portemonnaie nach und fand zwei Euromünzen, die sie dem Mann dafür einwechselte. Dabei kam dieser näher und bat wiederum nur mit Gesten, einen Euro in noch kleinere Münzen zu tauschen. Erneut schaute die Frau in ihrer Geldbörse nach.
Als sie dabei nicht fündig wurde, griff der Mann plötzlich selbst in das Münzfach und fand scheinbar doch ein 50-Cent-Stück darin, das er der Frau zeigte, bevor er sich wiederum wortlos bedankte und entfernte. Als die Frau später zu Hause noch einmal in ihr Portemonnaie schaute, bemerkte sie, dass aus dem Fach mit den Geldscheinen die gesamte Summe fehlte, die sie zuvor für eine Reise von ihrem Konto abgehoben hatte. Der Trickbetrüger hatte so mehrere Hundert Euro erbeuten können.

Polizei rät bei Hilfsbereitschaft zu Achtsamkeit

„Diese Masche ist nicht neu“, sagt Polizeisprecher Gerald Pillkuhn aus Prenzlau. „Zuletzt gab es ähnliche Fälle im Bernauer Bereich und in Neubrandenburg. Auch in Schwedt vor dem CKS gab es die Betrugsmasche schon. Die Täter schlagen in einer Stadt zwei-, drei-mal zu und ziehen dann weiter, bevor sie erwischt werden.“
Die Masche der Trickbetrüger ist bei dem sogenannten Wechselgeldtrick immer ähnlich: Täter fragen nach Geld für beispielsweise den Einkaufswagen vorrangig ältere Menschen. Sie kommen diesen dabei näher, verwickeln ihre Opfer in ein Gespräch oder in weitere Handlungen. Sie nutzen dann einen kurzen Moment der Unachtsamkeit und stehlen das Geld aus dem Portemonnaie.

Polizei rät bei Hilfsbereitschaft zu Achtsamkeit

Auch wenn man Hilfsbereitschaft zeigt, rät die Polizei dabei stets vorsichtig zu sein. Wer sich bei so einem Kontakt unwohl fühlt, sollte sein gegenüber deutlich um mehr Abstand bitten. Oftmals hat man bereits während der Tat ein ungutes Bauchgefühl, dass etwas nicht in Ordnung sei. „Dann sollte man sofort die Polizei rufen. Mit einer Beschreibung des Täters besteht zumindest die Chance, den Verdächtigen später in der Umgebung zu stellen“, erklärt Revierleiter Michael Fritz aus Schwedt.