Um es vorweg zu nehmen: Die Blutsbrüdertour war ein großer Erfolg. Mehr Biker und Blutspender als zum Neustart der Tour voriges Jahr. Die Teilnehmer waren begeistert von der Ausfahrt bis nach Penkun ins Mecklenburgische sowie vom Programm, das der Verein Blutsbrüder auf die Beine gestellt hatte. Anerkennend klopften viele Frank Schäpe, Michaela Bax und den vielen Helfern und Ordnern auf die Schulter. Schwedt erlebte Motorradfans von ihrer besten Seite und ein cooles Event, das sich noch mehr herumsprechen wird.
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150 Bikes standen vor dem Start repräsentativ auf dem Theatervorplatz, noch einmal so viele auf dem Parkplatz. Die Yamahas, Suzukis, Harley Davidsons, MZs, Kawasakis und BMWs trugen BAR, FRW, VG, B, MOL, meist aber UM und SDT auf den Kennzeichen. Schwarze Helme dominierten, Leder-Klamotten, Sonnenbrillen, Rammstein-T-Shirts.
Begeistert spenden die Biker Beifall bei den Stunts des Polen Lukasz Musielinski. Der jagte die Drehzahl seines Motorrades in die Höhe, fuhr in allen möglich und unmöglichen Positionen, ließ den Reifen auf dem Asphalt bis fast zum Burnout qualmen.
Das Biker-Fieber packt jung und alt. Peter Rank (63) kam aus Arnsbach in Bayern mit Motorrad in seine alte Heimat, um Freunde wiederzutreffen. Sebastian Gesche (21) aus Angermünde fuhr seine Freundin Jessica De Oliveira Carvallo mit dem Quad aus. Verliebt schmiegte sich Justin Albrecht auf dem Sozius einer 125-er Suzuki eng an ihren Freund Christopher Bloch, gerade 18 Jahre geworden. Motor- und Oldtimer-Fan Hannes Brinkmann (62), im Berufsleben Geschäftsführer, ist genauso dabei wie Hausmeister, Papiermacher, Kellner, Schwimmmeister, Journalisten, Bänker, Sekretärinnen.
54 Blutspenden konnten Dr. Beda Krieter und die Schwestern von Plusblut von den Blutsbrüdern mitnehmen. Es wären noch mehr gewesen, wenn nicht manches frische Tattoo zur Ablehnung der Spende geführt hätte.
Beatrice Bora vom Countryclub Heinersdorf lag entspannt auf der Spenderliege, neben ihr der Cowboyhut. Sie sagt: "Es passiert genug auf den Straßen. Da muss Blut einfach da sein. Wenn ich darauf angewiesen bin, bin ich ja auch froh, wenn mir geholfen werden kann".
Neben den 54 Blutspendern zeigten sechs Biker ihre Bereitschaft, Knochenmarkspender zu werden, ließen sich dafür bei den ehrenamtlichen Helfern Juliane Karsten und Melanie Rath von Uckermark gegen Leukämie typisieren und eine Spende für die Untersuchungskosten da. Während der Tour begleitete Ingolf Hentsch im Tragschrauber die Tour in der Luft, MOZ-Fotograf Oliver Voigt hielt die Ausfahrt dabei im Bild fest. Bis auf einen Biker, der auf den Parkplatz gegen zwei Maschinen fuhr, blieb die Tour unfallfrei. Und der Regen, der nach einer Stunde Metal-Gewitter von Stahlzeit auf der Odertalbühne einsetzte, konnte der guten Stimmung im Publikum auch nichts mehr anhaben.