Es war nur eine Frage der Zeit, wann es aus der Ruine des Einkaufszentrums im Abrissgebiet Waldrand  wieder qualmt. Die demolierten Uckermark-Passagen sind zwar mit einem Bauzaun deutlich sichtbar abgesperrt. Dennoch sind alle Räume in dem weitläufigen, verwinkelten Gebäuden weiterhin zugänglich. Überall sind Fenster eingeschlagen, Türen aufgebrochen, zeugen Inschriften, Hinterlassenschaften und fast über das gesamte Gebäude verteilte Brandstellen davon, dass der Bauzaun keine wirkliche Hürde darstellt. 
Brandstiftung in Uckermark-Passagen

Bildergalerie Brandstiftung in Uckermark-Passagen

Diesmal verschafften sich die Brandstifter von der Rückseite Zutritt über ein geöffnetes Bauzaun-Feld. Im Inneren gelangten sie über die Treppe in die Tiefgarage und zündelten dort. Anwohner bemerkten den Rauch aus den Fensterluken der Tiefgarage. Kinder in der Nähe schilderten den Beamten, dass sie schwarz gekleidete Gestalten wegflitzen gesehen haben. Die Feuerwehr rückte mit sechs Fahrzeugen und 26 Einsatzkräften an, um das Gebäude zu entrauchen, die Vergitterung der Tiefgarage aufzubrechen und den Brand zu löschen.
„Es war nicht der erste Einsatz in diesem Jahr und insgesamt schon so viele, dass wir sie nicht mehr zählen“ sagt Abteilungsleiter Brandschutz Alexander Trenn. Zur Brandursache ermitteln jetzt Kriminalisten der Inspektion Uckermark, signalisierten aber schon, dass sie von Brandstiftung ausgehen.
Der Aufenthalt in den Uckermark-Passagen ist nicht ganz ungefährlich. Glasbruch, Müll, zerschlagene Einrichtung– überall lauern Gefahrenquellen, ganz abgesehen davon, dass im Falle eines Brandes  Menschen, die sich unkontrolliert im Gebäude aufhalten, akut gefährdet sind, nicht mehr in Freie zu finden.
Schwarze Spuren in fast jedem Raum zeugen von mehreren Brandstiftungen. Auch in der Tiergarage hat schon einmal ein Sofa gebrannt.
Nach Aussagen der Stadt ist der  private Eigentümer des Grundstücks für sie nicht greifbar. Wegen der Kosten für die Gebäudesicherung mit dem Bauzaun liegt die Stadt mit ihm im Rechtsstreit, konnte jedoch ihre Forderungen bisher nicht durchsetzen. Solange dem ehemaligen Schwedter die Immobilie gehört, seien ihr die Hände gebunden, erklärt die Stadt.