Die Uckermärkischen Bühnen, das Asklepios Klinikum und der Spendedienstes Plusblut hatten sich wieder richtig viel Mühe gegeben, das durchaus ernste Anliegen des Blutspendens mit einer fröhlichen Party zu verbinden. Die Organisatoren und Helfer hatten sich in passende Schale geschmissen sowie Blutreste und Vampirbisse auf den Hals geschminkt. Die blutrote und nachtschwarze Kulisse mit Spinnen und Grabkreuzen, ein als Graf Dracula verkleideter Bundestagsabgeordneter und jede Menge Gäste, die selbst in Vamp- oder Vampirjägerkostümen gekommen waren, sorgten für das gewisse Etwas der Party.
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Gut 300 Gäste insgesamt tanzten und feierten. Auch einige Theatergäste kamen nach der Generalprobe von "Willi bald im Elfenwald" noch zur Vampirnacht vorbei, darunter Hausherr und seit sechs Jahren Stammspender Reinhard Simon.
Mehr als 100 Gäste steuerten vor ihrem Gang zu Frank Schäpe an die Bar oder auf die Tanzfläche zu DJ Knut zunächst die Blutspende an. So auch Ulf Malitz. Der Passower spendete zum 81. Mal Blut. "Erstmal kannste damit helfen, und dann wird dein Blut auch gleich auf Cholesterin und Blutzucker untersucht, ist doch praktisch", erklärt der 51-Jährige seine Motivation. Einige Spendewillige mussten die Ärzte von Plusblut ablehnen, weil ihre Hämoglobinwerte nicht genug Sicherheit für die meist weiblichen Spender versprachen beziehungsweise Erkältungen oder Reisen in unsichere Urlaubsländer nicht lang genug zurücklagen.
Unter den 93 Spendern waren auch 18, die das erste Mal Blut spendeten. Lisa Böck (19) hatte ein wenig Bammel, weil ihre dünnen Adern so schwer zu treffen seien. Aber da war sie bei Schwester Sigrid Vorpahl, seit 35 Jahren bei der Blutspende, in den richtigen Händen. "Auf der SAM wurde für die Vampirnacht geworben, das wollte ich ausprobieren und testen, ob ich es vertrage. Außerdem wollte ich ohnehin mal meine Blutgruppe bestimmen lassen", erzählte sie. Dabei sah sie in ihrem Vamp-Kostüm und blass geschminkten Gesicht aus, als wäre sie schon vorher blutleer. Mit ihrem Freund Sandro Lennert gehörte sie zu den Prämierten für das lustigste Kostüm, die sich über Gutscheine für einen Vampir-Film im Kino, eine Wohlfühl-Massage im Klinikum oder Theaterkarten für "Willi bald im Elfenwald" freuen konnten.
"Das Leben ist ein Geben und Nehmen, mal saugen wir die Leute aus, mal spenden wir...", scherzte Jens Koeppen auf der Spenderbank, und ergänzte: "Nein, im Ernst. Die Spenderzahlen gehen rapide zurück, junge Spender fehlen. Alle, die gesund sind und spenden können, sollten es auch tun."
Immerhin taten es 2014 wieder mehr als im Vorjahr, als die Spenderzahl auf 79 gesunken war. Vielleicht ist auch Luise Martin (25) aus Schwedt das nächste Mal dabei. Während ihr Freund Toni Lau an der Nadel hing und spendete, streichelte sie ihm liebevoll zuredend den Bauch. Sie selbst würde sich das nicht trauen, sagte sie. Hinterher aber fragte sie die Schwester neugierig über alles aus.
Graf Dracula beim Aderlass: Kostümiert und schaurig geschminkt spendet Bundestagsabgeordneter Jens Koeppen (Mitte) sein Blut und sorgte damit natürlich für Aufsehen bei der Nacht der Vampire. Seine Frau Grit (oben links) und Mitorganisatoren der Blutspendeparty leisteten ihm dabei Gesellschaft. Fotos (3): MOZ/Oliver Voigt
Tanz bis nach Mitternacht: Auch einige Partygäste und Spender hatten sich dem Motto des Abends entsprechend kostümiert .
Gesundheitscheck vor der Spende: Birgit Lehmann (l.) misst den Blutdruck von Spenderin Katja Zerbe aus Schwedt.
300 Gäste feiern Nacht der Vampire / 93 Blutspenden als Ergebnis / Erstmals zehn Euro Entschädigung