Die Freiwillige Feuerwehr Schwedt begeht ihren 140. Geburtstag. „Das sind sechs, sieben Generationen, in denen der Staffelstab für das Löschen, Retten, Bergen erfolgreich weitergereicht wurde.“ Mit diesen Worten wandte sich Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl an die Feuerwehrmänner und -frauen. Das Jubiläum war ihm Anlass für einen Empfang.
Mit 50 aktiven Mitgliedern hatte die Freiwillige Feuerwehr Schwedt im Oktober 1880 angefangen. Heute besteht die Wehr aus rund 230 Aktiven. 120 Mitglieder gehören zur Kinder- und Jugendfeuerwehr, und die Alters- und Ehrenabteilung hat 50 Mitglieder. Der 1. und 2. Zug der Ortsfeuerwehr Schwedt bildet den Kern der Freiwilligen Wehr. Dazu gehören 80 aktive Kameraden sowie 40 Kinder und Jugendliche.

Stark durch die Ortsteile

„Ich bin froh, dass in den Ortsteilen Blumenhagen, Criewen/Zützen, Gatow, Heinersdorf, Kunow, Stendell und Vierraden eigenständige Ortsfeuerwehren existieren. Sie haben sich weiterentwickelt und verstärken die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr Schwedt“, sagte Jürgen Polzehl.
Er erinnerte daran, dass sich im Laufe der Jahrzehnte die Aufgaben und Anforderungen an die ehrenamtlichen Brandschützer geändert haben. „Deswegen hat sich die Stadt 1991 entschieden, 18 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr als hauptamtliche Kräfte zu beschäftigen.“
Das geänderte Aufgabenprofil erfordere auch ganz andere Einsatzfahrzeuge, Technik und Ausbildung der Männer und Frauen. „Um immer auf der Höhe der Zeit zu bleiben, engagiert sich die Stadt, die dafür erforderlichen Finanzmittel aufzubringen“, sagte Jürgen Polzehl.

Rüstwagen und Tanklöschfahrzeug angeschafft

Im vergangenen Jahr ist ein Rüstwagen für 448.00 Euro angeschafft worden und ein Tanklöschfahrzeug für 300.000 Euro. Der Auftrag zum Bau einer neuen Drehleiter für rund 680.000 Euro ist ausgelöst. Demnächst soll die Auslieferung erfolgen. In diesem und in den kommenden zwei Jahren stellt die Stadt rund 100.00 Euro für die Umrüstung auf Überdrucktechnik im Atemschutz bereit.
Der Bürgermeister und der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schwedt Heiko Hinsche würdigten den Einsatz der Feuerwehrmänner und -frauen. Heiko Hinsche sagte: „Ich danke auch den Angehörigen unserer Kameraden, die viel Verständnis für die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Partner aufbringen.“
Dann wurden langjährige Kameraden für ihre treuen Dienste geehrt. Für 20 Jahre Mitgliedschaft erhielt unter anderem Felix Meier die Medaille in Bronze. Bei der Zeremonie musste auch Plüschgiraffe „Klausi“ mit nach vorn. Dazu war Felix Meier von seinen Feuerwehrfreunden der Löschzüge 1 und 2 vergattert worden. Sie machten sich damit ihren Spaß, weil Meier an diesem Tag auch seinen Junggesellenabschied feierte. Felix Meier ist 30 Jahre alt und will am 12. September heiraten.

Gold für 40 Jahre Mitgliedschaft

Voller Freude nahm Marlies Wuttke die Medaille für treue Dienste in Gold entgegen. Sie ist seit 40 Jahren dabei. „Feuerwehr ist mein Leben“, sagte sie sichtlich bewegt nach der Auszeichnung durch den Bürgermeister. „Mein Mann war schon mit der Feuerwehr groß geworden. Er hat mich immer gefördert, wenn es um Feuerwehr ging.“ 1980 hatte Marlies Wuttke im vorbeugenden Brandschutz angefangen und dort wenig später die Leitung übernommen, immerhin bis zur Wende. Von 1981 bis zum heutigen Tage ist sie Kassenwart beim Löschzug 2. Sie vermisst heutzutage allerdings den eingeschworenen Zusammenhalt „von früher“.
Alle Geehrten nahmen die Glückwünsche ihrer Kameraden entgegen. Die Chefs der Wehren PCK und Leipa gratulierten ebenso wie der Kreisbrandmeister Uckermark und die Amtswehrführer aus Gartz und Oder-Welse. Danach langten alle am Grillbüfett zu, das die Stadt spendiert hatte. Die Veranstaltung war noch nicht ganz zu Ende, da ging ein Alarm los: unklare Rauchentwicklung im Bereich der Oder.
Die Freiwillige Feuerwehr Schwedt feiert ihr 140-jähriges Bestehen

Brandschutz Die Freiwillige Feuerwehr Schwedt feiert ihr 140-jähriges Bestehen