"Es geht heute darum, den Menschen in der Krise Mut zu machen", sagte Woidke in einem kurzen Statement, das er bei der Betriebsbesichtigung mit Blick auf die Papiermaschine 4 abgab. Das Land Brandenburg und der Bund haben als Hilfestellung für die Unternehmen diverse Werkzeuge zur Verfügung gestellt. "Ich möchte mich auch von deren Wirksamkeit überzeugen", sagte der SPD-Politiker.
Gleichzeitig ging es Woidke darum, der Industrie und den Mitarbeitern dort zuzuhören: "Wir müssen jetzt die Grundlage schaffen, sodass wir gut aus der Krise heraus kommen", sagte er. Dazu verwies er auf ein Gespräch, das vor dem offiziellen Teil der Visite bei Leipa stattgefunden hatte. Dabei hatte der Ministerpräsident unter anderem mit Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl, dem Schwedter SPD-Landtagsabgeordneten Mike Bischoff, Leipa-CEO Peter Probst, und dem Leipa-Aufsichtsrat und Woidke-Vorgänger Matthias Platzeck zusammengesessen.

Innovationscampus entsteht

Stadt und Leipa arbeiten bei der wirtschaftlichen Entwicklung Schwedts zurzeit eng zusammen. So soll im Schatten der Papierfabrik ein Innovationscampus entstehen. Woidke erklärte, dass dort Wissenschaft und Forschung einen idealen Standort fänden. Brandenburg biete erneuerbare Energien und eine wunderbare Landschaft. "Es wird immer deutlicher, dass gerade die Natur in unserem Land Investoren anspricht", sagte er.
Noch keine Neuigkeiten konnte Woidke in Sachen Ausbau der Bundesstraße 198 verkünden. "Das war heute kein Thema", sagte er auf Nachfrage. Allerdings bekräftigte er, dass die Landesregierung gewillt sei, den Ausbau voranzutreiben.
Probst äußerte sich am Rande des Besuchs auch zum Innovationscampus, dessen Idee Aufsichtsrat Platzeck mit entwickelt habe. "Wir sind dankbar, dass die Stadt das Projekt aufgegriffen hat", sagte er. Für einen "Industriepark Kuhheide" gebe es sogar schon potenzielle Investoren. Für deren Ansiedlung sei der Papierhersteller auch bereit, Industriegelände zu marktüblichen Preisen an die Stadt abzutreten. Darüber werde aktuell verhandelt.
Der geplante Campus und die vorhandenen Industrieflächen seien eine untrennbare Kombination, sagte Probst. In Berlin und dem direkten Umland fehle es an Areal – oder vorhandene Flächen sind nur zu sehr hohen Preisen zu haben. Dabei böte die Uckermark nicht nur die Möglichkeiten zu forschen und Projekte zu entwickeln, sondern in der wunderschönen Landschaft auch die Chance, die Projekte zu realisieren. Probst bezeichnete die Uckermark in diesem Zusammenhang als Toskana des Nordens.
Letztlich könne der Campus zu einem Bindeglied in einem Korridor zwischen den Großstädten Berlin und Stettin werden. "Wir müssen hier in der Uckermark in einem Vollradius denken und nicht nur in Richtung Westen", sagte er. So lasse sich aus Berlin heraus über die Hochschule in Eberswalde sowie über Angermünde und Schwedt ein Korridor zum ehemaligen Oberzentrum für die gesamte Region – die polnische Metropole Stettin – erschließen.