Zunächst gibt es fünf Formate für verschiedene Zielgruppen. Die Aufzeichnung erfolgt in einem Fernsehstudio. Die kurzen Werke sind auf dem Youtube-Kanal der Ubs. zu sehen. Dort findet sich auch ein Beitrag, in dem der Intendant den Schritt in die digitale Welt erläutert: "Das Theater, das wir dabei machen, ist aber immer noch analog", betont Nicke.
Problematisch ist, dass die Ubs. auf der digitalen Bühne kein Geld verdienen. Gleichzeitig steigen mit den Projekten die Kosten. Die Uckermärkischen Bühnen stehen für Qualität – und die möchte Intendant Nicke auch in den Video-Clips widerspiegeln. "Viele der daheim produzierten Videos, die jetzt erscheinen, machen keine Lust auf Theater, wenn wir unsere eigenen Ansprüche dabei nicht umsetzten", sagt er. Die neuen Formate laufen erst einmal 14 Tage. "Wir wollen uns herantasten an das, was möglich ist", sagt Nicke. Das Projekt ist mit den Ubs. in Bewegung gestartet und zu finden unter dem Hashtag #moveyourubs. Dort macht Mime Dominik Müller in seinem fiktiven Wohnzimmer auf der Studio-Bühne Übungen auf dem Sofa. Ein Spaß, den die Zuschauer daheim gut selbst ausprobieren können. Nicke verspricht, dass es in den kommenden Folgen durchaus aktiver zugeht und es nicht nur Couch-Sport zu sehen gibt.
100 Mitarbeiter an den Ubs.
Ein weiteres Format geht auf den musikalischen Leiter der Bühnen, Tilmann Hintze, zurück. Unter dem Titel #LiedGut haben die Mimen in ihrer jeweiligen Heimat Stücke eingesungen und gespielt. Die Filmsequenzen ergeben zusammengesetzt eine knapp zehnminütige musikalische Unterhaltung. Unter dem Stichwort "Text­entdecker" dürfen sich Lyrik-Freunde auf gelesene Stücke freuen. Auch für Kinder gibt es ein Format, das #ubsMini heißt. Infolge gibt es ein Wiedersehen mit Max und Moritz.
Ein Format, das den Schwedtern schon bekannt sein dürfte, ist die Theater-Latenight-Show. Nicke hofft, dass es gelingt, diese sogar als Livestream anbieten zu können. Geplant ist rund eine halbe Stunde Unterhaltung. Entscheidend für den Intendanten ist neben dem kulturellen Angebot für sein Publikum auch die Botschaft: "Uns gibt es noch!".
Nachdem die Ubs. schließen mussten, habe er darauf gedrängt, dass im ersten Schritt eine Kommunikation mit den Kunden wegen verkaufter Karten stattfindet. Einige behalten ihre Gültigkeit, andere werden erstattet. Im zweiten Schritt habe sich das Team der Ubs. gesellschaftlich eingebracht. Die Schneiderei nähte Schutzmasken. "Auch hinter den Kulissen haben wir genug zu tun", erzählt Nicke. So werden jetzt Wartungsarbeiten erledigt. Auch der Bühnenbau für geplante Aufführungen finde statt. Doch auch der Ausdruck der Kunst als Ausdruck der Zivilisation sei wichtig, deshalb senden die Ubs. mit ihrem digitalen Projekt auch die Botschaft, dass das Theater nicht absolut verschwindet.