Darauf warten Fußballer, Volleyballer, Gymnastik-Gruppen und natürlich die Bertolt-Brecht-Grundschule schon lange: Ab diesen Montag öffnet die Sporthalle „Neue Zeit“ nach monatelanger Sperrung endlich wieder für den Sportbetrieb.
Einige Sportgruppen, die in der Halle regelmäßig trainieren, konnten in der Zwischenzeit anderswo unterkommen, zum Beispiel die Volleyballer der SSV PCK in der vereinseigene Tennishalle. Dank des guten Wetters konnten die Schulen ihren Sportunterricht meist noch im Freien absolvieren. Doch mit zunehmend kälterem Wetter sorgten sich nicht nur die Sportlehrer, sondern auch der Fußballnachwuchs des FC Schwedt um die Hallenzeiten.

Lüftungsprobleme bei zentralen Anlagen

Seit Mai durfte Sport unter Einhaltung von Abstands - und Hygieneregeln wieder in Hallen stattfinden. Anfang Juni hatte die Stadt dafür die nötigen Vorkehrungen getroffen und öffnete vier ihrer sieben Sporthallen. In den anderen gab es Lüftungsprobleme. Mittlerweile sind sechs Hallen wieder nutzbar, nur die Neue Zeit, die größte Sporthalle der Stadt nicht. Das Problem war die Lüftungsanlage. Die Sporthalle ist 25 Jahre alt und mit einer Umluftanlage ausgestattet, die nicht nur die Drei-Felder-Halle, sondern auch alle Nebenräume wie Umkleiden, Toiletten, Duschen und so weiter belüftet.
In der Eindämmungsverordnung des Landes wird der Betrieb dieser Anlagen aber ausdrücklich verboten. Während die Stadt in anderen Sporthalle die Umluftanlagen so umbauen konnte, dass sie nur Frischluft in die Halle leiten oder die Anlagen einfach ausschaltete, die Hallen zwischendurch über Nottüren oder Fenster lüftete und in Toiletten, Duschen und Umkleiden die Fenster öffnete, ging das in der Neuen Zeit nicht.
Den Aufwand für einen Umbau der Lüftungsanlage beziffert die Stadt auf 750.000 Euro zuzüglich Ein- und Umbaukosten. Der erste große Sporthallen-Neubau von Schwedt nach der Wende hat aber nicht nur veraltete Lüftung, sondern auch innenliegende Umkleiden und Toiletten ohne Fenster. Ohne Toiletten darf die Stadt die Halle aber nicht betreiben.

Neue Fenster für die Toiletten eingebaut

Um die Sporthalle dennoch wenigstens eingeschränkt nutzen zu können, kam die Stadt auf die Idee, provisorisch die WC für die Zuschauertribüne zu nutzen. Die hatten zwar Fenster, jedoch nur für den Lichteinfall. Sie waren - wegen der zentralen Belüftungsanlage - nicht zu öffnen. Für zirka 4000 Euro zuzüglich Einbaukosten bestellte die Stadt deshalb im Juli neue Fenster, die sich öffnen lassen. Vergangenen Mittwoch wurden die Fenster endlich geliefert.
Das Ergebnis ist, dass in der Halle ab Montag wieder Sportunterricht und Vereinssport stattfinden darf, aber mit Einschränkungen. Sportler dürfen nicht in die Umkleiden, sondern müssen schon in Sportkleidung anreisen. Nur die Schulklassen dürfen den Clubraum mit Fenster als Umkleide nutzen. Duschen nach dem Sport ist ebenfalls nicht möglich. Die Trainingszeiten sind zudem verkürzt, weil eine halbe Stunde Lüftungszeit nach jeder Sportgruppe eingeschoben werden muss. Wenn die Halle wie beim Volleyball in drei Felder unterteilt wird, muss das mittlere Feld leer bleiben. Nur die äußeren Felder verfügen über Seitentüren zum Lüften.