Die Corona-Zahlen in der Uckermark erreichen neue Rekord-Werte: Innerhalb nur eines Monats haben sich dreimal so viele Personen mit dem Virus infiziert wie in den gesamten sieben Monaten seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben sind, hat sich im Oktober verdreifacht. Diese Zahlen gibt das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung bekannt. Der Anstieg der Neuinfektion ist derzeit nicht zu bremsen. Auch in der vergangenen Woche gab es eine deutliche Zunahme.
Mit Stand von Mittwochmittag haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 201 Personen mit Wohnsitz im Landkreis Uckermark infiziert. Sechs Frauen und Männer sind seitdem mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Anzahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen je 100.000 Einwohner innerhalb der zurückliegenden sieben Tage, liegt momentan bei 59,7. Sie war in den vergangenen Tagen schon höher. Damit zählt auch der Landkreis Uckermark seit dem 30. Oktober zu den Risikogebieten. In Quarantäne werden aktuell 590 Menschen betreut.

Besorgniserregende Lage

Der Vergleich macht deutlich, wie sich Corona auch auf dem Lande ausbreitet: Bis zum 1. Oktober wurde bei nur insgesamt 53 Personen eine Infektion nachgewiesen. Die 7-Tage-Inzidenz, lag zu diesem Zeitpunkt bei 1,7. Zwei Personen waren bis dahin im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben.
Als „besorgniserregend“ bezeichnet der Landkreis die aktuell hohe Anzahl an Kontaktpersonen, die durch die Behörde nach Positiv-Tests ermittelt werden. Nicht selten haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die mittlerweile von zehn Kameraden der Bundeswehr unterstützt werden, zwischen 40 und 70 Personen zu kontaktieren und in häusliche Quarantäne zu schicken.

Appell der Landrätin

In diesem Zusammenhang appelliert Landrätin Karina Dörk zum wiederholten Male an die Eigenverantwortung und die Verpflichtung jedes Einzelnen, Kontakte auf das zwingend notwendige Maß zu reduzieren. „Die Eindämmungsmaßnahmen, die seit Anfang dieser Woche gelten, sind schmerzhaft, aber leider unvermeidbar. Ich bin sehr froh, dass Konsens bei allen politisch Verantwortlichen darüber besteht, Schulen und Kitas offenzuhalten. Aber dafür muss das Infektionsgeschehen spürbar zurückgedrängt werden,“ so die Landrätin.
Auf die Eigenverantwortung und -verpflichtung verweist auch Amtsärztin Dr. Michaela Hofmann: „Wer den Verdacht hat, sich infiziert zu haben oder in den zurückliegenden fünf Tagen Kontakt zu einem Infizierten hatte, hat sich umgehend selbst zu isolieren und das Gesundheitsamt oder das Bürgertelefon des Landkreises zu informieren.“

Hausarzt kontaktieren

Bei Symptomen ist darüber hinaus telefonisch der Hausarzt zu kontaktieren, um die weitere Verfahrensweise abzusprechen. In akuten Fällen kann der ärztliche Bereitschaftsdienst über die Rufnummer 116 117 und nur in lebensbedrohlichen Situationen der Notarzt über die 112 kontaktiert werden.
Tests bei symptomfreien Kontaktpersonen seien aus medizinischer Sicht nicht erforderlich. Die Labore würden bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze arbeiten. „Außerdem könnte ein negativer Test, der ja nur eine Momentaufnahme ist, im Einzelfall zu leichtfertigem Verhalten verleiten“, so die Amtsärztin.

Bürgertelefon verstärkt

Um die Kontakterfassung und -nachverfolgung zu vereinfachen, steht jetzt auf der Internetseite des Landkreises ein Formular zur Verfügung, in das Betroffene alle relevanten Informationen bereits selbst von zu Hause aus eintragen und an das Gesundheitsamt senden können.
Darüber hinaus wurde das Bürgertelefon des Landkreises personell auf insgesamt 17 Mitarbeiter aufgestockt, da sich aufgrund der steigenden Fallzahlen und der sich häufig ändernden Regelungen ein wachsender Informationsbedarf herausgestellt hat.

Polizei macht Kontrollen

Im Zusammenhang mit der Einhaltung der Eindämmungsverordnung finden im November verschiedene Aktionstage statt. So werden ab sofort die Polizei sowie Mitarbeiter des kreislichen und der örtlichen Ordnungsämter verstärkt die Einhaltung der Bestimmungen kontrollieren.
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