Schwedter, die das imposante Fliesen-Wandbild noch in jenen Zeiten kennen und lieben lernten, als es die Rezeptausgabe der früheren Zentral-Apotheke des Bezirkskrankenhauses Schwedt schmückte, befürchteten schon das Schlimmste für das Kunstwerk.
Die Stadt hatte den Bürgerbudget-Vorschlag zur Rettung des Kunstwerkes abgelehnt. Bedeutet das, dass die Kunst unter die Abrissbirne gerät? Nein, versichert die Stadt. Sie sei bereit, das Kunstwerk auf eigene Kosten vorsichtig zu demontieren, zu sichern und nach einem geeigneten neuen Standort zu suchen. „Die Ablehnung des Bürger-Vorschlags bedeutet nicht, dass wir das Kunstwerk nicht retten wollen. Im Gegenteil. Die Initiative zur Rettung ging von uns aus“, sagt Andrea Schelhas vom Fachbereich Kunst und Kultur der Stadtverwaltung. „Allerdings können wir dieses Vorhaben nicht über das Bürgerbudget realisieren, weil das nur für Plätze möglich ist, für die die Stadt zuständig ist. Der vorgeschlagene neue Aufstellungsort im Ärztehaus Brechtplatz gibt das nicht her. Diese Immobilie befindet sich in Privatbesitz.“

Überraschende Wendung

Jene, die sich für den Erhalt des Kunstwerkes einsetzten, können also aufatmen, in jedem Fall sollte das lustige, auf Fliesen gemalte Motiv gerettet werden. Die Geschichte erfährt jedoch eine neue, überaus erfreuliche Wendung. Wie das Asklepios Klinikum bestätigte, soll das Kunstwerk nun doch im Besitz des Klinikums bleiben. „Wir wollen im Klinikum einen neuen, repräsentativen Platz für das Wandbild finden. Es ist Teil der Geschichte dieses Hauses und der Stadt Schwedt und wir wollen das für die Schwedter Bürger erhalten“, erklärte Prof. Dr. Rüdiger Heicappell vom Klinikum.
Bisher hatte der Klinikkonzern immer betont, das Gebäude nicht mehr zu benötigen und auch für das Wandbild keine Verwendung mehr zu haben. Nach mehreren Presseberichten über den geplanten Abriss der alten Apotheke und Anstrengungen zur Rettung des Kunstwerkes gab es kürzlich erneut Gespräche zwischen Vertretern des Klinikums und der Stadt, bei denen schließlich die Umsetzung des Kunstwerkes ins Klinikum vereinbart wurde.
Das Wandbild mit den lustigen Apotheker-Motiven stammt aus den 1970-er Jahren vom inzwischen verstorbenen Maler und Grafiker Gerhard Goßmann aus Fürstenwalde.