Eine Einbrecherbande aus Schwedt versetzte im März mit Serieneinbrüchen in Gartenlauben viele Kleingärtner in Angst und Schrecken. Den Letzten des Diebestrios überführte die Polizei im Juni. Jetzt lagert jede Menge Diebesgut in der Polizeiwache Schwedt und wartet auf die rechtmäßigen Besitzer.
Der Raum in der Schwedter Polizeiwache, in dem Kriminalhauptkommissar Thorsten Wohlleben das Diebesgut geordnet lagert, gleicht einem wilden Gemischtwarenlager: Angeln aller Preisklassen samt Zubehör, Boxhandschuhe und Boxsack, jede Menge Werkzeug, mit dem ein kleiner Handwerksbetrieb ausgestattet werden könnte, Lebensmittel, Malerutensilien, Messgeräte, Teelichter, Unterhaltungselek­tronik, Luftgewehre, Grill, Campingzubehör...
„Das Diebesgut stammt aus Serieneinbrüchen in Gartenlauben im März. Betroffen waren damals , vor allem die Gartensparten Am Silbersee, Vogelsang, Torfbruch und Am Reitplatz in Schwedt“, erklärt Thorsten Wohlleben.
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Rund 20 Diebstahlanzeigen kamen im März innerhalb weniger Tage allein aus diesen vier Gartensparten. „Das war ziemlich viel“, schätzt Thorsten Wohlleben ein. Dieser Einbruchserie soll mindestens noch eine weitere vorausgegangen sein. Drei Schwedter, zwei damals 19-Jährige und ein 41-Jähriger, brachen brutal in eine Laube nach der anderen ein und versetzten die einen Kleingärtner in helle Aufregung, die anderen in Angst und Schrecken. Sie brachen die Türen auf und hausten in den Bungalows wie die Vandalen. Türen und Möbel gingen kaputt und sie nahmen mit, was nicht niet- und nagelfest war. Der Gesamtschaden wird auf mehr als 10 000 Euro geschätzt.
Als in der letzten Märzdekade ein wachsamer Gartennachbar nebenan Unbekannte sich an einer Gartenlaube zu schaffen machen sah, alarmiert er die Polizei. Sie schnappte ein Mitglied der Gartenlauben-Bande in flagranti, also auf frischer Tat. Außerdem fanden die Polizisten Diebesgut, das in einer anderen Laube schon zum Abtransport bereitgestellt war. Noch in der gleichen Nacht wurden Wohnung und Keller des festgesetzten Bandenmitgliedes durchsucht. Überall stapelte sich dort Diebesgut. Ermittelt wurde fortan wegen besonders schweren Diebstahl. Darauf stehen Freiheitsstrafen von drei  Monaten bis zehn Jahren. Den Namen des zweiten Mannes aus dem Einbrechertrio erfuhr die Polizei relativ schnell. Auch er hatte den eigenen Keller voller gestohlener Gegenstände. Vom Dritten war zunächst nur sein Spitzname bekannt. Aber auch das Kriminalpuzzle wurde gelöst. Im Juni hatte die Kripo die Nummer 3 überführt. „Wir haben etwas mehr als die Hälfte des Diebesgutes schon an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben können“, berichtet Kriminalhauptkommissar Thorsten Wohlleben. „Aber wir bewahren noch sehr viel auf. Deren Besitzer noch nicht ermittelt sind.“ Deshalb geht die Kripo jetzt an die Öffentlichkeit. Sie ließ die MOZ einen Blick in diese besondere Asservatenkamer werfen.
Bis zum 16. Juli (jeweils in der Zeit von 14 bis 16 Uhr) können betroffene Kleingärtner ihre berechtigten Ansprüche auf der Polizeiwache in Schwedt an-melden.