Zum ersten Mal zeigte der Bildhauer Jan Witte-Kropius aus Neu Karin bei Rostock jetzt die beiden Figuren seines Tabakbrunnens in Originalgröße. Bei einem Atelierbesuch konnten sich Vertreter des Kulturamtes aus dem Rathaus Schwedt vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen und erstmals einen Eindruck der Dimension des neuen Kunstwerkes für den Vierradener Platz gewinnen. "Wir waren wirklich sehr beeindruckt von der Größe der Figuren", berichtet Daniela Müller von der Abteilung Kunst, "aber unsere hohen Erwartungen, die wir nach dem gelungenen Entwurf  hatten, haben sich bestätigt." Kulturamtsleiterin Andrea Schelhas ergänzt: "Die Figuren sind imposant und haben uns echt beeindruckt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Stadt eine gute Wahl mit diesem Entwurf getroffen hat. Die Schwedter Bürger können sich auf einen gelungenen neuen Tabakbrunnen freuen."
Die Rohlinge aus Gips, die der Bildhauer dem Schwedter  Besuch präsentierte, sind mittlerweile schon in der Gießerei Mölln, in der sich die weißen, noch grobkantigen Figuren in mehreren Schritten in Bronze­skulpturen verwandeln sollen. Die Plastik des Tabakbauern wird dabei aus mehreren Teilen zusammengesetzt. In ihr wird die Wasserleitung des Brunnens versteckt. Aus kleinen Düsen in der Stange soll dann das Wasser wie bei einer Dusche zwischen den Tabakblättern herunterregnen. Der Teufel, der dem Bauern zuschaut, lehnt an einem von mehreren Granitblöcken, die um den Brunnen stehen und zum Sitzen einladen. Zusätzlich soll der Brunnen noch eine Unterflur-Beleuchtung erhalten, sodass die neue Plastik auch abends interessant in Szene gesetzt wird.
Pünktlich fertig
Nach Auskunft des Bildhauers steht eine Fertigstellung des neuen Kunstbrunnens bis Mitte Juni nichts mehr im Weg. Geplant war, dass der Brunnen rechtzeitig vor dem Schwedter Stadtfest im September eingeweiht wird. Dafür hätte die Stadt nach der Coronabedingten Absage des Stadtfestes nun theoretisch bis zum nächsten Jahr Zeit. Sie will trotzdem an der Fertigstellung des Brunnens in diesem Sommer festhalten und plant für den 19. Juni seine Einweihung, nach heute geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie voraussichtlich ohne festliche Veranstaltung und Einladung an die Bürger.
Der alte Tabakbrunnen, der auf runden Keramikreliefs stilisierte Tabakpflanzen darstellte, war übrigens auch kurz vor einem Fest errichtet worden. 1972, zu den Arbeiterfestspielen der DDR, sollte das Kunstwerk des Bildhauers Jürgen von Woyski  die damals neu gestaltete Vierradener Straße schmücken.

Neuer Tabakbrunnen für den Vierradener Platz

Der alte Brunnen von 1972 vom Bildhauer Jürgen von Woyski (1929-2000) aus Hoyerswerda stand erst in der Helbigstraße, später auf dem Vierradener Platz.

Nach Beschädigungen des alten Tabakbrunnens durch Brandstiftung an der aufgesetzten Osterkrone erklärten Fachleute das  Kunstwerk für nicht mehr sanierungsfähig.In einem Wettbewerb schrieb die Stadt 2019 einen neuen Brunnen aus. 14 Künstler sandten Entwürfe ein. Eine Jury unter Vorsitz des Bürgermeisters wählte das Modell von Jan Witte-Kropius als Sieger aus.

Der neue Brunnen mit Tabakbauer,  Teufel und Sitzsteinen soll 50 000 Euro kosten. Am 19. Juni ist Einweihung. md