Als Nora Künkler von der Stiftung im Kindergarten den als Rucksack getarnten "Forscherkoffer" auspackte, gab es bei jedem Stück der Forscherausrüstung ein großes, freudiges "A" und O" von den Kindern: Becherlupen, Warnwesten, Bestimmungsbücher, Kescher, Stirnlampen und ein Zauberstift, der zwitschern kann wie ein Vogel, röhren wie ein Hirsch oder auch quaken wie ein Frosch.
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"Das Lob für die Kinder der ABC-Gruppe ist mehr als verdient", sagte Nora Künkler. "Es ist echt toll, was sie innerhalb eines Jahres über das Flächen-Naturdenkmal Kreuzpfuhl und den Baumgarten rundherum herausgefunden und als Projekt im Wettbewerb der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg eingereicht haben. Wir halten das, was hier getan wird, für eine sehr nachhaltige Umweltbildung."
Das Flächen-Naturdenkmal "Kreuzpfuhl" zwischen Schwedt und Berkholz-Meyenburg ist ein drei Hektar großes Areal im Waldgebiet "Baumgarten" und seit 1988 geschützt. Es handelt sich um ein Feuchtgebiet von hervorragender Bedeutung für Lurche und Kriechtiere.
Unterstützt werden die Kita-Kinder in ihrem Entdeckerdrang dort von der Oberförsterei. Die Förster Ute Ueckermann und Rene Strombel schenkten ihnen am Montag als Anerkennung für den Fleiß Naturbücher. "Sie sind oft bei uns zu Gast", freut sich Strombel. "Viele Kinder haben den Bezug zur Natur heutzutage verloren, kennen sich eher mit Gameboy und Computer im Kinderzimmer aus. Im Naturkindergarten wird Umweltbildung gelebt, das merkt man an den vielen Fragen der Kinder, die schon viel über den Wald wissen." Nach ihren Walderlebnissen haben die Jungen und Mädchen wunderbare Bilder gemalt, mit Hilfe von Erzieherin Katrin Hübner auch Fotos gesammelt und ihre Wald-Visionen aufgeschrieben. Eine davon lautet: "Eine gute Idee wäre es, wenn nahe der Försterei Berkholz ein Waldkindergarten entsteht."
Aber Natur erleben die Kinder auch in der eigenen Kita täglich. Der Innenhof gleicht einem Biotop, der zum Forscherhof umgebaut werden soll. Erst kürzlich wurden seltene Waldohreulen entdeckt, die bis heute auf dem Kita-Gelände nisten. Am Wochenende sind neun Stockenten-Babys geschlüpft. Am Montag hoppelte ein Hase vorbei. "Dieses Jahr sind außergewöhnlich viele Tiere bei uns", freute sich Leiterin Yvonne Zobel. Im Gebäude gibt es ein Labor für kleine Forscher. Die Kita ist von der IHK mit dem Titel "Haus der kleinen Forscher" ausgezeichnet worden. In der Kita werden 155 Kinder von 30 Mitarbeitern betreut werden. Behinderte und nichtbehinderte Kinder lernen und spielen dort gemeinsam.
Ausrüstung für kleine Forscher: Nora Künkler packt die Geschenke der Stiftung aus.Foto: Stefan Csevi
Stiftung Naturschutzfonds lobt außergewöhnliches Projekt des Naturkindergartens in Schwedt