Dem wollte sein Kollege Tomasz Lapinski auf Schwedter Seite zwar nicht generell widersprechen, er bewertete aber die 95 Minuten eher pragmatisch: "Drei Punkte – das ist gut. Weiter trainieren, denn die Mannschaft kann sich nach weiterem Training sicher steigern." Ein, zwei Zugänge sind ebenfalls noch avisiert.
In der ersten halben Stunde passierte vor beiden Toren wahrlich nicht viel. Ein zu hoch angesetzter Kopfball von Grün-Weiß-Akteur Blenard Colaki (14.) war schon die erwähnenswerteste Szene. Dann flankte Manuel Fuchs in den Gäste-Strafraum, Rodriguez Weber vertändelte das Leder und Nico Hanse spitzelte den Ball zum 1:0 in die Maschen (32.). Als Radoslaw Stasiak beim Kopfball am Torraum einen gegnerischen Ellenbogen ins Gesicht bekam, blieb der mögliche Strafstoßpfiff aus (36.), dafür leisteten sich die Platzherren in ihrem Strafraum eine krasse Unaufmerksamkeit und Steven Knörnschild köpfte freistehend zum Ausgleich ein (1:1/40.).
Als der eingewechselte Marc-Nelson Grzyb 30 Sekunden nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit im Strafraum frei zum Schuss kam, war es höchste Zeit, dass der Gastgeber wieder mehr Wachheit zeigte. Dies glückte ihm praktisch im direkten Gegenzug: Hanse bereitete mit einem Querpass im Strafraum vor, Patrick Büchner vollendete aus zehn Metern flach zum 2:1 (47.). Nachdem es Michal Adamczak dann aus gut 25 Metern versuchte und knapp den Dreiangel verfehlte (56.), wurden so langsam erste Ermüdungserscheinungen bei den Oderstädtern sichtbar. Der Ahrensfelder Druck nahm von Minute zu Minute zu – es war eine Frage der Zeit, wann der Ausgleich fallen würde. Zweimal – gegen Colaki (69.) und knapp zehn Minuten später gegen den frei abziehenden Dominic Gieserich (78.) – rettete FCS-Keeper Bartosz Klonowski mit ganz starken Fußparaden gerade noch die Führung. Als abermals Gieserich aus 18 Metern flach abzog, stand es aber doch 2:2 (80.).
Reicht die Kraft wenigstens dazu, den einen Punkt ins Ziel zu retten (?), fragte man sich bei den heimischen Zuschauern. Doch sie wurden positiv überrascht: Zunächst zog Philipp Ulrich noch erfolglos aus spitzem Winkel ab (82.), dann kam eine präzise Adamczak-Flanke an den Torraum und Ulrich bugsierte das Leder volley ins Netz (3:2/84.). Ein um Zentimeter am Tor vorbeifliegender 25-Meter-Freistoß von Foday Darboe (88.) und auch gut fünf Minuten Nachspielzeit brachten keine Resultatskorrektur mehr. Zum Jubel fehlte den Gastgeber-Akteuren fast schon die Kraft.
Nun geht es am kommenden Wochenende zum SV Zehdenick, der am Sonnabend bei Aufsteiger Fortuna Glienicke mit 1:5 mächtig unter die Räder kam.
FC Schwedt: Bartosz Klonowski – Stephan Liermann, Lukasz Kargol, Radeslaw Stasiak, Michal Adamczak, Bjarne Zenk, Manuel Fuchs (89. Marcel Freitag), Markus Heise, Patrick Büchner, Philipp Ulrich (85. Christian Staatz), Nico Hanse