"Der Landtagsabgeordnete Mike Bischoff und der Bürgermeister sollten nicht nur im Stadtteil Neue Zeit Begehungen machen, sondern mal ihren Blick auf den Wohnkomplex 7 richten. Die Uckermark-Passagen sind seit Jahren ein Schandfleck, wie soll das weitergehen?", fragt zum Beispiel Klaus-Peter Wagner aus dem Brandenburger Ring. Auch Bewohner aus dem Külzviertel beschweren sich im Rathaus über den hässlichen und gefährlichen Zustand der leerstehenden Immobilie.
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Tatsächlich ist so gut wie jeder Raum in beiden riesigen Gebäudeteilen mit Tiefgarage und Markt im Keller, etlichen Geschäften, großem Saal und Lagerräumen offen zugänglich. Schwarze Spuren zeugen von mehreren Brandstiftungen. Bis vor zwei Wochen war das Areal wenigstens mit einem Bauzaun abgesperrt. Der wurde vom Verleiher inzwischen wieder abgebaut und abtransportiert, weil der Eigentümer die Miete dafür nicht zahlte.
Wegen der akuten Gefahr, dass Passanten in einen der zahlreichen offenen Schächte im Boden stürzen, hat die Stadt jetzt auf die Öffnungen, deren gusseiserne Deckel gestohlen wurden, große Findlinge wuchten lassen. Eigentümer Torsten Wucherpfennig von der Finanz- und Wirtschaftsberatung MBS hat gegen die Auflage der Stadt, das Objekt zur Abwendung von Gefahren dauerhaft und wirksam gegen Zutritt zu schützen, Widerspruch eingelegt und vor Gericht einen Eilantrag gegen den sofortigen Vollzug gestellt.
Dieser Zeitung gegenüber erklärte Wucherpfennig, dass die Umzäunung nichts gebracht habe und er sie deshalb wieder abmontieren ließ. Er beziffert den Diebstahl- und Vandalismusschaden in seiner Immobilie auf zwei Millionen Euro. Gegenüber der Stadt gab Wucherpfennig an, die Immobilie mit Hilfe finanzkräftiger Investoren wieder nutzen zu wollen, angeblich für stilles Gewerbe wie eine Nussräucherei oder als Familiencenter mit Indoorspielplatz für Kinder und Geschäften für die Eltern. Bei der Stadt liegt bis heute jedoch kein Antrag diesbezüglich vor.
Die Stadt hat keine eigenen Pläne für das Areal und verweist auf die Verantwortung des privaten Eigentümers. Abreißen, wie es Anwohner fordern, könnte die Stadt nicht, selbst wenn sie Eigentümer wird. Die Kosten werden auf deutlich mehr als eine Million Euro geschätzt.
Wie der Eigentümer das Gebäude sichern will, erklärte er bisher nicht. Das Ordnungsamt erwägt nun, die Sicherung des Objektes in Ersatzvornahme ausführen zu lassen und sie dem Eigentümer in Rechnung zu stellen.
Offen wie ein Scheunentor: Die verlassenen Uckermark-Passagen bieten ein Bild des Jammers. Seit der Zaun um das Objekt verschwunden ist, steht praktisch jede Tür des Gebäudes offen, kaum ein Fenster ist noch ganz.Foto: MOZ/Michael Dietrich
Demolierte Uckermark-Passagen offen zugänglich / Eigentümer klagt gegen Ordnungsauflage der Stadt