Die Grippeschutzmittel sind in Schwedt knapp geworden. Eine ältere MOZ-Leserin, die zur Risikogruppe gehört, wollte sich bei ihrem Hausarzt impfen lassen und bekam eine Absage: „Es ist kein Impfstoff vorhanden, und es ist unklar, wann wieder welcher kommt.“ Die Sache ist kein Einzelfall.

Viele Anrufe in den Schwedter Apotheken

Die Schwedter Apotheke Am Waldrand zum Beispiel hat täglich über 20 Anrufe aus Arztpraxen und von Patienten, die nach Impfstoff fragen. Angesichts der Corona-Krise wollen sich offenbar viele Menschen impfen lassen, um wenigstens eine Grippeerkrankung auszuschließen.
In der Kreisverwaltung Uckermark ist man erstaunt über die Knappheit zu diesem frühen Zeitpunkt. Die Impfsaison fange erst an und es werde sogar dafür geworben impfen zu gehen. Wie das Gesundheitsamt sagt, liegt die Zuständigkeit beim Bestellen von Serum und beim Impfen in der Hand der Hausärzte.

Alle Puffer sind aufgebraucht

„Die Ärzte mussten den Bedarf für diese Saison im Februar bei uns angeben, also vor Corona. Nach diesen Bestellungen produzieren die Firmen den Impfstoff und liefern ihn im August, September an die Apotheken aus“, erläutert Ina Lerm von der Apotheke Am Waldrand. Die Apotheke hat extrem viele Nachbestellungen, obwohl sie aus Erfahrung schon mit Puffer bestellt hat. „Wir können jetzt nachordern und uns auf eine Warteliste bei Großhändlern und Herstellern setzen lassen. Aber im Januar, Februar nutzt das keinem Arzt und Patienten mehr“, sagt Ina Lerm. Sie ist empört über die Ausssage von Gesundheitsminister Spahn, dass genügend Impfstoff bereit stehe. „Das ist eine Diskrepanz zu unserem Alltag. Wie soll man das den Leuten in der Apotheke erklären?“ fragt Ina Lerm.

Impftermine in Betrieben gefragt

Betriebe der Stadt laden vorsorglich ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit zum impfen ein. Die Stadtwerke bieten einen Impftermin im Jahr an, der noch bevor steht. Etwa 25 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich jedes Jahr vom Betriebsarzt impfen. „Für uns ist es selbstverständlich diese Vorsorgeleistung anzubieten“, so Geschäftsführer Dirk Sasson.
Die Stadtverwaltung bietet sogar zwei Impftermine an. Mitarbeiter können sich ihren Piks in der Arbeitszeit abholen. Auch in der Stadtverwaltung stellt man fest: „Das Interesse daran Terminen ist hoch.“ Unklar ist, ob diese Impfdosen vorhanden sind.