Im Baufeld I 4 des stadtgroßen Werksgeländes der PCK befindet sich der Waschplatz. Der heißt wirklich so. Hier führt Projektleiter Andreas Möller von PCK Regie. Während des Stillstandes werden im Akkord Wärmetauscher gewaschen. Täglich muss eine bestimmte Anzahl der tonnenschweren Stahlteile die Wäsche passieren, damit die eng bemessene Zeit von vier Wochen Abstellung dafür ausreicht. PCK hat diesmal zirka 100 Wärmetauscher schon vor der Abstellung gereinigt. Wo das ging, wurden die Wärmeübertrager zum Beispiel aus Nebenanlagen schon vorher ausgebaut - eine von vielen Optimierungen der PCK-Stillstände. 2013 waren noch zwei Waschplätze nötig, um die Masse an Arbeit in der Abstellzeit zu bewältigen.
Auf dem Waschplatz herrscht Fließbandarbeit im Uhrzeigersinn. Über die Straße 3 werden die Wärmetauscher, die von Monteuren aus den Anlagen ausgebaut wurden, angeliefert. Große Kräne von Brandt setzten die Stahlkolosse ab und um. Monteure öffnen die Verschraubungen der Flansche mit riesigen Schraubenschlüsseln und Vorschlaghammer, Rohrbündel werden aus dem Inneren gezogen. Die Leitungen werden mit Lösungsmitteln gespült, unter Hochdruck mit langen Lanzen, die in die Rohre fahren, gereinigt und zum Schluss wieder auf Wandstärke und Dichtheit geprüft.
Der Geruch von Öl, Benzin und abgeflextem Stahl liegt über dem Platz. Trennschleifer öffnen verrostete Verbindungen, Funken sprühen. Die Gesichter der Monteure und Reiniger sind ölverschmiert, die Arbeitskleidung ist schwarz, auch wenn sie mal blau war. Die Reiniger tragen Schutz-Overalls über der Arbeitskleidung. Gearbeitet wird in drei Schichten.
Der 26-jährige Andreas Voß aus Schwedt montiert für die Reinigungsfirma Lange halb auf dem Boden liegend einen Flansch vor der nächsten Druckprobe des fertig gereinigten Behälters. Verläuft die Wasserdruckprobe positiv, können die TÜV-Prüfer mit der Ultraschallmessung ran. René Handwerk aus Schwedt, der für die Zeit der Abstellung als Leiharbeiter für die Schwedter Firma A&W Wärmetauscher arbeitet, öffnet zusammen mit einem Kollegen eingerostete Verbindungen eines alten Wärmetauschers aus den 60er Jahren. Je nach Zustand werden die Behälter entweder nur gereinigt, erhalten neue Einzelteile wie Register, Stutzen, Vorkammern oder werden komplett ersetzt. Rund 80 Leute am Tag bewirtschaften den Waschplatz, mit dabei Mitarbeiter von Buchen, A&W, Eagle Burgmann, Bauch und Brandt.
Allein die Firma Apparate & Wärmetauscherbau hat ihre 60-köpfige Belegschaft für den Stillstand um 63 Mitarbeiter aufgestockt. Die zusätzlichen Mitarbeiter helfen auf dem Waschplatz, in der Werkstatt und in der Schwefelwasserstoff-Anlage, wo Wärmetauscher vor Ort gereinigt werden.