Zum vierten Mal hat jetzt bei den Judokas des TSV Blau-Weiß Schwedt ein zweitägiger Workshop stattgefunden. Daran nahmen in der Sporthalle am Aquarium auch neun Kinder und zwei Erwachsene des befreundeten Vereins BSG Stahl Eisenhüttenstadt teil.
Der Gastverein stellte mit Manuel Zahn (2. Dan) auch den Referenten. „Manuel war einst wegen einer Ausbildung auf dem sogenannten zweiten Bildungsweg hier in Schwedt, suchte dabei nach einer Trainingsmöglichkeit – so kam er zu uns. Beide Seiten haben letztlich davon profitiert“, erinnert sich Matthias Schwarz, Trainer bei den Blau- Weißen. So kam es zur Freundschaft beider Vereine und zu diesen gemeinsamen Workshops. Die fünfte Auflage soll dann erstmals in „Hütte“ stattfinden.

Sichel- und Fegetechniken geübt

Die Jungen und Mädchen, denen im Workshop technische Finessen beigebracht wurden, sind zwischen 6 bis 16 Jahren jung. Sie erfuhren: Wurftechniken werden zum Beispiel angewandt, um den Partner vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Es existiere eine Vielzahl von Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen.
Um sich bei den Würfen nicht zu verletzen, müssen alle Judokas Falltechniken erlernen. Dabei werde geübt, so zu fallen, dass man eben unverletzt bleibt. Das Fallen wird nach allen Seiten trainiert. Der Referent legte zudem einen Schwerpunkt auf Angriffe und Verkettungen mit Fußtechniken. „Einfache Sichel- oder Fegetechniken sind oft der Beginn so einer Verkettung, die beim Gegner für die notwendige Destabilisierung des Gleichgewichts sorgt, sodass dann erfolgreich geworfen werden kann“, referierte Manuel Zahn.

Am Abend im Bad rumgetobt

Was unterscheidet nun Sichel- und Fegetechniken? Erstere greifen das Standbein des Gegners an und entziehen ihm so das Gleichgewicht. Bei Fegetechniken wird  hingegen das unbelastete gegnerische Bein angehoben und dem Kontrahenten die Möglichkeit genommen, sich mit diesem abzustützen.
Obwohl die Kinder nach dem ersten Tag ausgepowert waren, gingen sie am Abend noch für anderthalb Stunden ins Sport- und Spaßbad Aquarium, um dort rumzutollen.
Nach der Theorie des ersten Tages mussten die Teilnehmer am nächsten dann beweisen, dass sie das Erlernte auch auf der Matte umsetzen können. Das gelang in den meisten Fällen ganz ordentlich. Zum Abschluss bekamen alle Teilnehmer ein T-Shirt und eine Urkunde.
Der Workshop sollte zur Vorbereitung auf kommende Wettkämpfe dienen, doch viele davon stehen coronabedingt 2020 nicht mehr im Kalender. „Vereinzelt wird es noch Landesmeisterschaften ab der U 15 geben. Die Jüngeren werden sich beim Bezirkschampionat beweisen können“, so Schwarz.

Eine von 12 Abteilungen beim TSV


Mit rund 1800 Mitgliedern ist Blau-Weiß Schwedt der größte uckermärkische Sportverein. Die Judokas bilden eine von insgesamt zwölf Abteilungen von A wie allgemeiner Bereich bis V wie Volleyball.. Etwa 80 Mitglieder trainieren derzeit Judo. Abteilungsleiter ist André Kielack. Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen stehen regionale und nationale Wettkämpfe als besonderer Ansporn im Programm. Leider sind in der eigenen Trainingsstätte am Aquarium platzbedingt keine größeren Wettkämpfe möglich. red