"Das schönste Bild ist unseres!", schwärmen Leonie Brandt und Amelie Seidel und zeigen auf ein buntes Häusermeer in tiefblauer Nacht. Ein Feuerwerk lässt die Farben leuchten. Die beiden elfjährigen Mädchen aus Schwedt gehören zu 2015 Kindern aus 18 Ländern, die am diesjährigen Internationalen Zeichenwettbewerb des Landes Brandenburg teilgenommen haben. Ihr Gemeinschaftsbild hängt in der großen Ausstellung zwischen Zeichnungen aus Polen, Kasachstan, Indien, China, Ungarn, Serbien, Russland, zwischen fantasievollen Märchenwelten, kunterbunten Städten, lachenden Kühen oder tanzenden Frauen. Immerhin 600 der über 2000 Einsendungen zeigt die Ausstellung des diesjährigen Wettbewerbes, die am Donnerstagnachmittag in den Uckermärkischen Bühnen Schwedt eröffnet wurde.
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Eine internationale Jury unter dem Vorsitz der Kunstpädagogin Katrin Voss hatte aus der Einsendeflut die besten Arbeiten für die Ausstellung ausgewählt und die Allerbesten in verschiedenen Altersklassen prämiert - Schwerstarbeit mit Herzblut und Einfühlungsvermögen in die Sichtweise von Kindern. Gewertet wurden unter anderem Individualität, Originalität und der Umgang mit verschiedenen Maltechniken. Auch die Perspektive der Kinder und die Widerspiegelung ihrer Welt spielte bei der Auswahl eine Rolle.
Die Vielfalt ist überwältigend und Ausstellungsbesucher entdecken sicher ihre ganz persönlichen Favoriten. Vielleicht ist es ja das Feuerwerk von Leonie und Amelie. Vielleicht ist es die quirlige Straßenszene einer Großstadt, die der 17-jährige Wong Cho Kiu aus China im Mangastil gezeichnet hat, oder drei lustige Schweinchen der 5-jährigen Elina Artamonowa aus Kasachstan, das Fußballspiel, das Asif Zaman (17) aus Indien malte, der erste zarte Kuss eines jungen Pärchens hinter einer schützenden Hecke, den Margareta Roshukina (13) aus Russland zeichnete, die kunterbunte Stadt mit Blumen, die in den Himmel wachsen, von Emilja Budryte (7) aus Litauen oder aber die künstlerisch ausgefeilten Linolschnitte, für die Annika Eißner und Lisa Bell aus Eggersdorf, beide 11 Jahre alt, den Sonderpreis der Brandenburger Bildungsministerin Martina Münch erhielten, die Schirmherrin des Wettbewerbs ist. Der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl stiftete einen Sonderpreis für ein Gemeinschaftsbild der Criewener Kita. Die Fünfjährigen Lamin Sendko, Adrian Tief und Farin Loest malten eine Storchenfamilie in einem großen Nest unter blauem Himmel. Die Schwedter Kita Kinderland erhielt einen Sonderpreis für die beste Gruppenarbeit.
Zu den insgesamt mehr als ein Dutzend Preisträgern gehört auch Aigerim Schamiewa (7) aus Kasachstan, deren Zeichnung zweier Mädchen mit Burger und Pommestüte das Plakatmotiv des 48. Zeichenwettbewerbes wurde. Für Farbe sorgten an diesem Nachmittag aber nicht nur die Bilder, sondern auch Kinder der Schwedter Musik- und Kunstschule, welche die Eröffnungsfeier singend und tanzend begleiteten. Der Förderverein der Musik- und Kunstschule ist seit vielen Jahren "Fädenzieher" und Organisator dieses Kinderzeichenwettbewerbes.
Seit 48 Jahren richtet die Stadt Schwedt diesen landesweit größten Kunstwettbewerb für Schulen aus und stellt dafür Geld aus dem Stadthaushalt bereit. Erstmals beteiligte sich daran auch der Landkreis Uckermark und wie in jedem Jahr zahlreiche Sponsoren.
Die Ausstellung ist bis zum 8. Oktober in den Uckermärkischen Bühnen zu sehen. Besucher können übrigens beim Publikumspreis mitentscheiden. Erstmals wird es weitere Ausstellungsorte in der Uckermark und Barnim geben, u. a. in der Schwedter Musik- und Kunstschule mit Schwedter Teilnehmern, in der Angermünder Rathausgalerie, im Prenzlauer Dominikanerkloster und in Eberswalde.
Genaues Hinschauen angesagt: Die Besucher durften nach der Eröffnung der Ausstellung selber noch ihre Stimmen für den Publikumspreis abgeben.Fotos (2): MOZ/Oliver Voigt
Kleine Preisträger: Die Kita Kinderland aus Schwedt bekam einen Ehrenpreis für die beste Gemeinschaftsarbeit.
Ausstellung des 48. Internationalen Kinderzeichenwettbewerbs eröffnet / 2015 Teilnehmer aus 18 Ländern
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