Für Nadine Aßmann und Dirk Weidner sollten Auftritte in der Oderstadt eigentlich Routine sein. Doch in Corona-Zeiten sind diese auch für die ehemaligen Schauspieler der Uckermärkischen Bühnen immer noch etwas Besonderes. So auch zur szenischen Lesung im Brauwerk. Mit „Mata Hari“ hat sich die in Berlin lebende Nadine Aßmann eine Romanvorlage ausgesucht, der sie gern ihre Leidenschaft überträgt.

Starke Frauen

"Gerade in heutigen Zeiten darf man ruhig auch mal Geschichten von starken Frauen erzählen, die damals noch ganz anders als heute dafür kämpfen mussten, ihren Weg gehen zu können", sagt die in Berlin lebende Künstlerin, die in der Hauptstadt eine monatliche szenische Lesereihe begonnen hat, die auch außerhalb der Stadtgrenzen gerne weitergeführt werden kann. Das Publikum gab ihr zumindest auch in Schwedt viel positiven Zuspruch. Denn begeistert vom Zusammenspiel mit Dirk Weidner ließen sich die Zuschauer nicht nur mit Worten in den Bann Mata Haris ziehen, auch die schauspielerischen Einlagen überzeugten.

Im Bann Mata Haris

Ohne Bühnenbild und viel Schnickschnack schufen beide eine dem Thema entsprechende Atmosphäre. In gerade mal 80 Minuten wurde das ganze Leben dieser mutigen und selbstsicheren Frau, die vermutlich unschuldig wegen Spionage hingerichtet wurde, von den beiden vorgetragen - mal in tragischer Form, mal aber auch teilweise amüsant. Von der Vergewaltigung mit 16 Jahren bis hin zur Hinrichtung.
"Im Sommer bin ich über dieses großartige Buch über diese Spionin gestolpert. Mich hat diese Geschichte von Anfang an fasziniert, zumal es ja auch auf wahren Begebenheiten beruht. Und ich fand einfach, das ist ein ganz toller Stoff für die Bühne.

Stoff für die Theaterbühne

Nicht nur als Lesung, sondern vielleicht auch mal zukünftig als Theaterstück", hofft Nadine Aßmann auf ein Weiterleben ihrer Heldin. Auf die Frage nach aktuellen Engagements antwortete Nadine mit einem Zwinkern: "Ich habe was ganz Großartiges gemacht. Ich war immer angestellt und bin kurz vor Corona zum ersten Mal in die Selbstständigkeit gegangen. Und damit wurden bei mir, wie bei allen anderen freischaffenden Künstlern, alle Engagements abgesagt." Und auch wenn es gerade besonders schwer in diesen Zeiten ist, frisch in der Freiberuflichkeit und dann gleich die größte Krise, die man sich nicht mal hätte vorstellen können, als Hürde zu bewältigen. "Wir denken positiv und schauen nach vorn."

Positiv in die Zukunft

Dirk Weidner freut sich natürlich über die Zusammenarbeit mit seiner "Kollegin". Beide leben in Berlin und sind gut vernetzt. "Wir sehen uns ab und zu, haben in Schwedt schon einige Stücke zusammen gespielt. Und dann spielten die privaten Kontakte auch eine Rolle. Wir trafen uns in der alten Crew aus Schwedter Zeiten und Nadine hat mich einfach gefragt, ob ich Lust hätte, mitzumachen." Dabei lassen sich beide Künstler von der Freude beflügeln, überhaupt mal wieder etwas an der Kulturfront machen zu können.