Wir haben viele Jahre lang zusammen mit der Stadt an diesem Thema trainiert – umso glücklicher sind wir natürlich, dass es nun im nächsten Jahr richtig losgehen soll.“ Jürgen Stockfisch, Fußballchef beim VfL Vierraden, spricht für seine Kicker, die in dieser Saison in immerhin zehn Mannschaften von den Bambini im Vorschulalter bis hin zu den sogenannten „Altsenioren“ (+50) trainieren und – wenn dies denn möglich ist – ihre Punktspiele oder Turniere austragen.
Auch Ortsteil-Bürgermeister Burkhardt Körtge sagt: „Dieser Wunsch steht schon über Jahre auf unserer Prioritätenliste. Im Vergleich zu anderen Vereinen etwa gleicher Größenordnung sind unsere Bedingungen derzeit wirklich erbärmlich.“ Der Ortsausschuss hat den Beschlussentwurf deshalb erfreut zur Kenntnis genommen.

In 30 Jahren ist der VfL Vierraden stetig gewachsen

Nach der Vierradener Sitzung vor zwei Wochen war nun am Dienstagabend der Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss das erste Stadtparlaments-Gremium, das sich (nach Redaktionsschluss) damit beschäftige. „Es gab in den zurückliegenden Jahren immer wieder auch Politiker in der Stadt, die den Verein belächelten und sich zu seiner Entwicklung sehr skeptisch äußerten“, wirft Jürgen Stockfisch ein. Wenn die Mitgliederentwicklung nur so ein kleines Zwischenhoch ist – wofür dann eine solch riesige Investition, sei gefragt worden.
„Ich bin jetzt seit rund 30 Jahren VfL-Fußball-Abteilungsleiter – wir haben seitdem stetig steigende Zahlen aufzuweisen“, hält dem Stockfisch entgegen und blickt erfreut auf den Bau-Entwurf. Vierraden bekommt mit dem Neubau des Sozialgebäudes einschließlich der Sanierung des bestehenden immerhin ein „Millionending“ hingesetzt. Rund drei Viertel der Gelder sollen durch Fördermittel abgedeckt werden, so die optimistische Aussicht der Stadt.

Sozialgebäude mit Grundfläche von knapp 300 m2

Die Endplanung und Realisierung ist für die Jahre 2021/22 vorgesehen, wobei es zunächst bis Ende erstes Quartal 2022 um den Neubau geht. Er soll als massives eingeschossiges Gebäude errichtet werden und etwa 35 mal knapp acht Meter groß sein. Oben drauf gibt es ein leicht geneigtes Flachdach mit einem anderthalb Meter großen Überstand auf der Seite der Eingänge. Zwei Kabinentrakte mit je zwei Umkleidekabinen, Duschen und WC sind konzipiert.
Neubau und Bestandsgebäude erhalten eine gemeinsame Heizungsanlage und eine zentrale Wasserversorgung. Dass man sich die Fassade da vielleicht eher im Vereinsgrün des VfL wünschen würde, als in dem bisher vorgesehenen Braun, ist sicher sekundär. „Wir sind von Anfang an in die Planungen mit einbezogen worden. So wurden unsere Wünsche – ein gewisser Abstand zum Minispielfeld und der Erhalt des gut frequentierten Volleyballplatzes – umgesetzt. Da verzichten wir lieber auf einige der angestammten Pkw-Standflächen, für die wir Ersatz finden werden“, sagt Jürgen Stockfisch.
Im zweiten und dritten Quartal 2022 soll das Bestandsgebäude saniert werden, in dem es dann vor allem einen vernünftigen Vereinsraum geben wird. Auch Waschraum, Toiletten und Lager sind vorgesehen.
Am Donnerstag geht der Beschlussentwurf in den Stadtentwicklungs-, Bau- und Wirtschaftsausschuss, sechs Tage später gibt der Finanzausschuss seine Empfehlung dazu ab, am 9. Dezember fällt die SSV ihren Beschluss. Ab Sommer 2021 könnte dann gebaut werden.