Der sechs Meter lange und 18 Kilo schwere Stollen liegt auf einem langen Tisch vor der Bühne auf dem Vierradener Platz. "In den Teig kommen Mandeln, Orangeat, Zitronat und Kardamom", verrät der Bäckermeister. Die Rosinen sind sogar in echtem Rum getränkt. "Kinder dürfen den Stollen aber trotzdem essen. Der Alkohol verfliegt im Ofen", sagt Schäpe, der sein Backwerk zum Abschluss noch mit viel Puderzucker bestäubt.
Derweil lassen sich die Weihnachtsmarktbesucher unter dem zwölf Meter hohen Weihnachtsbaum den Glühwein schmecken. Dann müssen sie für die Ankunft des Weihnachtsmanns Platz machen. Dieser fährt gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Polzehl und einigen Kindern der Integrationskita Regenbogen in einer Kutsche vor. Sie alle tragen rote Zipfelmützen, die Kinder halten Schokoladenweihnachtsmänner in ihren Händen.
"Selbst die Sonne ist zur Eröffnung herausgekommen", freut sich der Bürgermeister. City-Managerin Ireen Kautz erinnert daran, dass die 50 Cent, die man für ein Stück Stollen bezahlt, für einen guten Zweck sind.
Der Andrang auf das Adventgebäck ist groß, bereits nach 20 Minuten ist fast alles vom Kuchenbrot verschwunden. Das eingesammelte Geld wird vom Lions Club Schwedt verteilt. Damit noch ein bisschen mehr Geld zusammenkommt, ist der Club auch dieses Jahr wieder auf dem Stollenmarkt mit einem Stand vertreten, an dem Kartoffelpuffer und Glühwein verkauft werden. "Die Spenden gehen unter anderem an die Schwedter Tafel des Schutzhütte-Vereins, die Kunst- und Musikschule und den Internationalen Kinderzeichenwettbewerb", sagt Lions-Club-Mitglied Rolf Prüfer, der gerade gemeinsam mit seiner Frau Angelika Prüfer den Stand betreut.
Einmal Kartoffelpuffer in der Mittagspause auf dem Stollenmarkt essen ist eine persönliche Tradition von Heike Christofzik und Philipp Dubberce, Commerzbankmitarbeiter aus der Filiale in der Vierradener Straße. Andere lassen sich lieber den Stollen schmecken. "Lecker und schön saftig", urteilt Ingrid Weißenberg, die jedes Jahr zur Eröffnung vorbeischaut. Für Familie Lichtenberg, die erst vor Kurzem nach Schwedt zog, ist der Stollenanschnitt etwas ganz Besonderes, erzählt sie.
Robby (4) saß auch mit auf der Kutsche. Gelegenheit, mit dem Weihnachtsmann zu sprechen, hatte er allerdings nicht. Dafür hat er ihm einen Wunschzettel geschrieben. "Ich wünsche mir einen Dinosaurier zum Spielen", sagt er. Bürgermeister Polzehl hingegen hat einen typischen Erwachsenenwunsch: "Ich wünsche mir ein philosophisches Sachbuch, damit ich mal wieder etwas anderes lese als Stadtvorlagen." (Seite 14)