"Wir kämpfen für einen verbesserten Personalschlüssel", erklärt Kita-Leiterin Yvonne Zobel, die hofft, im Zuge der Wahlen gehört zu werden. Bereits in Verbindung mit den vergangenen Wahlen konnte der Fachkraft-Schlüssel von eins zu sieben auf eins zu sechs erhöht werden.
Aktuell betreut eine pädagogische Fachkraft per Gesetz zwölf Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Bei den unter Dreijährigen liegt der theoretische Schlüssel bei eins zu sechs. "Doch der Alltag sieht häufig anders aus", sagt Yvonne Zobel. Aufgrund von Fehlzeiten durch Weiterbildung, Urlaub oder Krankheit kommen auf eine Erzieherin häufig deutlich mehr Kinder. Denn auch die Vor- und Nachbereitungszeiten für Projekte, das Erstellen von Wandzeitungen oder Elterngespräche gehen zu etwa 20 Prozent von der Betreuungszeit ab. In der Praxis beaufsichtigt eine pädagogische Fachkraft nicht nur sechs unter Dreijährige, sondern neun oder mehr Kinder gleichzeitig.
"Dieses Verhältnis sichert zwar die Betreuung, bietet aber kaum die Zeit für Bildung und Erziehung", berichtet die Pädagogin. Eine individuelle Förderung sei mit dem aktuellen Erzieher-pro-Kind-Schlüssel oft nicht möglich.
Tatsächlich ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, dass Brandenburg im bundesweiten Vergleich zu den Schlusslichtern bei der Personalressourcenausstattung in den Kitas gehört. Die bestehenden öffentlichen Finanzierungsbedingungen versetzen die Krippen und Kindergärten des Landes nicht in die Lage, den gesetzlichen Personalschlüssel umzusetzen.
Da die Qualität der Erziehung in Tageseinrichtungen mit den Rahmenbedingungen steht und fällt, macht sich die Natur-Kita mit der Kampagne "Gemeinsam für gute Bildung von Anfang an" für mehr Fachkräfte für ihre Kinder stark. Eine verbesserte Fachkraft-Kind-Relation bedeutet, je eine Fachkraft für vier Kinder von null bis drei Jahren, für acht Drei- bis Sechsjährige und für 18 Sechs- bis Zwölfjährige. Im Betreuungsschlüssel sollte außerdem die tatsächlich zur Verfügung stehende Aufsichtszeit Beachtung finden.