Angermünde gibt Design vor
Die Super-Wache bekommt das gleiche Design wie die ebenfalls von der UEG errichtete Vorgängerin in Angermünde. Künftig sollen alle neuen Gebäude für die Uckermärkische Rettungsdienstgesellschaft so aussehen. Ende 2021 könnte das 3,6-Millionen-Euro-Projekt bezugsfertig sein. Baubeginn ist im August. "Wir schaffen damit ordentliche Arbeitsbedingungen", so UEG-Chef Mike Förster. Die Mitarbeiter haben Einfluss auf die Anordnung und Abläufe. Das kreiseigene Unternehmen baut und bewirtschaftet künftig alle Rettungswachen in der Uckermark für den Rettungsdienst. Ein zunächst gemeinsam mit dem DRK geplanter Neubau auf dem alten Gelände wäre nach Försters Aussage zu teuer geworden.
Doch hinter den Investitionen stehen nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, sondern auch der Druck der gesetzlichen Hilfsfristen. Denn immer noch erreichen Rettungswagen die Patienten oder Unfallorte viel zu spät. Daher hat der Landkreis in den vergangenen Jahren die Wachenstandorte erweitern lassen, deutlich mehr Leute eingestellt und neue Wagen beschafft. Hinzu kommt der Rettungshubschrauber, der von Angermünde aus startet, um den Notarzt zu bringen. Das alles reicht immer noch nicht aus.
Deswegen starten in diesem Jahr neben Schwedt weitere drei Bauprojekte für die Rettungsdienstgesellschaft gleichzeitig. Der Gesamtumfang aller Investitionen beläuft sich am Ende auf acht Millionen Euro. Um die Hilfsfristen gerade bei weiten Wegen auf dem Lande besser einzuhalten, entsteht in Carmzow ein komplett neuer Wachenstandort. Weil die Zeit drängt, wird zunächst ein Containerprovisorium errichtet, bis das Gebäude fertig ist. Durch die hohen Einsatzzahlen müssen auch die bestehenden Wachen in Prenzlau und Templin nicht nur erweitert, sondern fast doppelt so groß umgebaut werden. "Wir müssen hier handeln, weil die Autos aus Platzmangel teilweise schon in der Waschhalle stehen", so Förster. Gleichzeitig lässt die UEG Reserveflächen einplanen. Besondere Anforderungen gibt es auch durch die Funktion als Lehrrettungswachen für die Ausbildung.
Netz von 13 Standorten
Insgesamt gibt es künftig 13 Wachen, verteilt über die gesamte Uckermark. Einige sind stark beansprucht, die kleineren auf dem Lande weniger. Das Netz soll garantieren, dass bei älter werdender Bevölkerung und damit zunehmenden Einsatzzahlen Rettungssanitäter und Notärzte schneller vor Ort sind.
Die UEG baut die Gebäude über Kredite und verpachtet sie an die Rettungsdienstgesellschaft. Dadurch werden die Investitionen refinanziert. Die Kosten für den Rettungsdienst im Kreis sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Pro Jahr gibt es mehr als 14 000 Einsätze.