Im Saal des Gewerbe- und Technologiezentrums in Pinnow kam Beifall der zirka 20 Gäste auf, als das Ergebnis der Wahl verkündet wurde. Silvio Moritz, einziger Kandidat für den Posten des stellvertretenden Amtsausschussvorsitzenden, wurde mit sieben von zehn Stimmen zum Stellvertreter Gerd Reglers gewählt. Er tritt die Nachfolge an von Marcel Duckert aus Landin, der nach knapp einem Jahr auf diesem Posten abgewählt wurde. Die drei Gemeinden Passow, Schöneberg und Berkholz-Meyenburg wollten sich damit die Mehrheit im Amt für ihren Wechselwillen nach Schwedt sichern.
Die Wahl und ihre Umstände waren der einzige Höhepunkt der Sitzung des Amtsausschusses. Ohne Diskussion wurde anschließend der Amtshaushalt 2020 einstimmig durchgewunken. Niemand wollte mehr über den Etat streiten, der zuvor noch als unbeschließbar kritisiert wurde. Die Passower, Schöneberger und Berkholz-Meyenburger Vertreter hielten sich jedoch an die von allen Bürgermeistern und Amtsdirektor Detlef Krause unterzeichneten Ehrenerklärung, sich in den letzten Monaten des Amtes nicht mehr gegenseitig zu behindern. Sowohl ein langer Fragen- und Forderungskatalog zu Änderungen im Haushalt, als auch der Entzug der Personalhoheit von Amtsdirektor Krause und weitere disziplinarische Schritte gegen ihn wurden vorher zurückgezogen.
So beschlossen die Amtsvertreter den Amtsetat über fünf Millionen Euro und eine Amtsumlage von 44,29 Prozent für die Gemeinden ohne jede Debatte.
Einzig Bürgermeister Wolfgang Säger aus Landin sorgte im Vorfeld der Wahl noch für Lacher. Erst verlangte er, die Wahl abzublasen, dann stattdessen einen Kandidaten „der Gegenseite“. Silvio Moritz erinnerte ihn an die Verabredung, bis zum Amtsende am 31. Dezember 2020 alles in Ruhe über die Bühne zu bringen. Letztlich schlug Säger Gerd Podschadel als Gegenkandidat vor. Mit dem hatte er das aber wohl nicht abgesprochen. Als der Pinnower seine Kandidatur mit einem lauten, energischen „Nein“ ausschloss, zog Gelächter im Publikum auf.
Die Neuwahl des Stellvertreters war im Juni vom Amtsdirektor unterbunden worden. Krause hat sich inzwischen aber bei Gerd Regler entschuldigt. Die rechtliche Beanstandung der Abwahl Duckerts sei ein Fehler gewesen, erklärte Krause.