Der Nachkriegs-Beton der Straße Am Sportplatz, früher Albert- Bartels-Straße, hat natürlich Risse, Ausbrüche und schadhafte Fugen. Kein Wunder, nach mehr als 70 Jahren. Das aber ist gar nicht das größte Problem. Die Straße ist bei Schwedtern bekannt dafür, dass hier gern mal der Blitzer-Caddy der Stadt in der Parklücke steht und Tempo 30 überwacht.
Deshalb und wegen der rechts und links längs parkenden Pkw fahren die meisten in der Wohngebietsstraße ohnehin vorsichtig. Mit der Straßenplanung, die die Stadt jetzt zur Diskussion und Beschlussfassung in der nächsten Stadtverordnetenversammlung vorgelegt hat, will die Stadt vor allem ein Problem lösen, das der Parkplätze.

27 zusätzliche Stellflächen

Auf der Seite der Wohnhäuser parken die Anwohner zurzeit mit einem Reifenpaar ihrer Autos auf dem Gehweg. Zusammen mit den Längsparkplätzen am Sportplatzzaun können dort höchstens 55 Autos parken. Viel zu wenig. Selbst wenn es auf dem Sportplatz keinen Spielbetrieb mit Besuchern gibt, was während der Corona-Pandemie je derzeit dauerhaft der Fall ist, findet man  kaum leere Parkplätze. Mit dem Ausbau des Sportareals Heinrichslust wird sich der Stellplatzbedarf deutlich erhöhen, prog­nostiziert die Stadt. Sie hat bereits den alten unbefestigten Berg-und-Tal-Stellplatz durch einen Parkplatz für 65 Autos deutlich erhöht. Jetzt will sie auch entlang der Straße Am Sportplatz zusätzlichen Parkraum schaffen. Dazu will sie die längs zur Fahrbahn angeordneten Stellflächen auf der Sportplatzseite künftig quer anordnen. Der Effekt ist spürbar. Aus den 55 sollen so 82 Stellplätze werden, ein Plus von 27.
Auf der Gehwegseite sollen Gehweg und Parkfläche wieder getrennt voneinander angeordnet werden. Um den dafür erforderlichen Platz zu erhalten, soll die Fahrbahnachse der Straße um zwei Meter in Richtung Sportplatz verschoben werden. Die neuen Parktaschen quer zur Fahrbahn ragen dann auf das heutige Gelände des Sportplatzes. Um zirka 3,50 Meter wird der Sportplatzzaun versetzt. Die Stadt hat diese Pläne zuvor mit dem Nutzer des Sportzentrums abgesprochen. FC-Präsident Robert Figur sagt: "Wir freuen uns über jeden zusätzlichen Parkplatz. Die Fläche direkt am Zaun ist derzeit ungenutzt und dafür bestens geeignet."
Ganz ausreizen will die Stadt die Parkplatzerweiterung aber nicht. Zwischen den Parktaschen hat die Stadt auch ein paar Grüninseln eingeplant, sodass vor dem Wohnhäusern immerhin elf neue Bäume gepflanzt werden können. Dafür sind kleinkronige Bäume wie Baumhasel und Chinesische Wildbirnen vorgesehen.

Zweidrittel des Geldes vom Land

Für die Rekonstruktion der Straße, die wegen der heute üblichen höheren Traglasten grundhaft ausgebaut werden  muss, hat die Stadt Kosten von mehr als 850 000 Euro eingeplant. Zwei Drittel der Kosten, 570 000 Euro, steuert das Land dafür als Fördermittel bei. Zeitgleich zum Neubau der Straße soll auch die Regenkanalisation, die Straßenbeleuchtung und die Bepflanzung der Sportplatzhecke erneuert werden. Auch auf der Sportplatzseite sind ebenso Bäume zwischen den Parkflächen vorgesehen, neu gepflanzt werden sollen Scharlach-Eichen und eine Platane.
Wenn die Stadtverordneten im September der Baumaßnahme zustimmen, rechnet die Stadt mit Baubeginn im nächsten und Fertigstellung im übernächsten Jahr. 2022 könnten dann weite Teile der Sportplatz-Neugestaltung gleichzeitig mit der neuen Straße Am Sportplatz fertig sein.