Im Januar sagte sie sich dann: "Nach durchaus reichlicher Fluktuation steht jetzt mein Team, ist motiviert, ich habe etliche neue Ideen." – Doch dann kam Corona. "Was für krasse Herausforderungen als neue Chefin! Es waren Dinge zu tun, die mir sonst völlig fern sind", blickt die knapp 29-Jährige zurück. Sagt aber auch: "Ich liebe solche Herausforderungen!" Der Beruf sei ohnehin schon sehr abwechslungsreich. "Flexibiltät und Spaß gehören unbedingt dazu", weiß Methke. Und sie versucht, mit ihrem Team das Beste daraus zu machen.
"Seit 2. Juni haben wir ja Fitness wieder geöffnet. Echt, wir haben 95 Prozent zufriedene, vor allem aber auch sehr dankbare Kunden, denen ich meinerseits wirklich Danke sagen möchte, dass sich alle so diszipliniert an die jetzigen Vorgaben halten."
Lange Zeit war ihr Bereich für die Öffentlichkeit geschlossen, inzwischen laufen aber sogar Kurse wie "Bauch, Beine, Po", Yoga oder Tanzkurse wieder ordentlich an. Die Badmintonhalle bietet Gruppen bis 15 Personen hervorragende Bedingungen, um auch die Abstände einzuhalten.
14 Videos fürs Home-Sporting
"Aber Rehasport wird auch weitere Wochen nicht gehen", muss Carolin Methke mitteilen. Schon vor Wochen hat sie deshalb zusammen mit den Öffentlichkeitsmitarbeitern eine prima Alternative gefunden. Inzwischen sind 14 Methke-Videos im Internet (https://www.aquarium-schwedt.de/index.php/fitness) abrufbar.
"Anleitungen für den Alltag. Viele wollen sich ja auch jetzt zu Hause fit halten, wissen aber oftmals nicht wie. Wir zeigen mit bewegten Bildern: Wir sind für euch da!", sagt Methke und erzählt über den Start: "Der Ursprung liegt tatsächlich in meinem privaten Instagram-Profil, wo ich Leute ohnehin zu meinem Training mitnehme. Daraus haben wir die Videoserie entwickelt, die wir nun auch insbesondere für den noch ruhenden Reha-Bereich mit möglichst wöchentlich einem neuen Dreh fortführen wollen. Was kann ich zu Hause in Sachen Herz, Lunge, Atemtechniken trainieren (?) – darauf wird es jetzt hinauslaufen", kündigt sie an.
Apropos laufen: Hier hat die 28-Jährige vor einigen Jahren ihre neue Leidenschaft gefunden. "1996 bin ich als Schwimmerin in Schwedt Mitglied geworden und halte dem Verein SSV PCK bis heute auch als Wettkämpferin die Treue", erzählt sie. Als Fünfjährige habe sie angefangen, 20 Jahre später aber eben eine zusätzliche Herausforderung gesucht. "Mittlerweile begeistert mich das Laufen total. Letzten April habe ich beim Halbmarathon gleich auf Anhieb eine Zeit unter zwei Stunden geschafft!", berichtet sie.
Marathon-Absage – ein Schock
Was wiederum neue Wünsche bei der Schwedterin entstehen ließ, die man eigentlich nur fröhlich und gut gelaunt kennt. "Nein, da gibt es durchaus auch mal andere Momente. Als jetzt im Frühjahr der Berlin-Marathon für September abgesagt wurde, für den ich in dem Losverfahren einen der total begehrten 47 000 Startplätze erhalten hatte, bin ich nach Hause,  habe erst mal geheult wie ein Schlosshund und vier Wochen lang aus Frust nicht trainiert, weil das konkrete Ziel weg war."
Doch es wäre alles andere als typisch für "Caro", wenn sie nicht längst aus diesem Tal heraus wäre. Und neue Pläne schmieden würde. "Der Kalender für 2021 ist schon gut gefüllt. Auf jeden Fall soll mein erster Triathlon dabei sein, den es eigentlich schon dieses Jahr geben sollte. Ich habe mir inzwischen ein Rennrad gekauft, hoffe Anfang Oktober auf den Prenzlauer Hügelmarathon als radsportlichen Wettbewerb und will mich mit kontinuierlichem Training dem ersten Wettkampf nähern. Freiwasserschwimmen mache ich ja ohnehin schon lange, was ich auch als Vorteil gegenüber der Konkurrenz ansehe." Im Freiwasser sollte es dieses Jahr übrigens die Deutsche Meisterschaft quasi "vor der Haustür" im Straußsee in Strausberg geben – natürlich abgesagt. "Echt schade."
Hawaii? Naja, als Zuschauerin
Erkner könne sie sich für die persönliche Triathlon-Premiere vorstellen, "wenn ich total mutig bin, wird es vielleicht auch Hamburg sein", ergänzt sie. Und wenn man über Triathlon redet, dann träumt jeder ambitionierte Sportler natürlich auch von einem Iron-Man mit 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und als Abschluss einem Marathon (42,195 km). "Absolute Zukunftsmusik. Aber Frankfurt wäre wirklich so ein Superziel von mir. Hawaii? Naja, als Zuschauerin könnte ich mir das als tolles Abenteuer vorstellen!"
Im Kalender ’21 stehen auch Hallen-Meisterschaften im Bogenschießen, an dem sie vor wenigen Jahren nach einer betrieblichen Teambuilding-Stippvisite an der Breiten Allee Gefallen fand (inzwischen nennt sie zwei DM- Bronzemedaillen ihr Eigen), sowie das nationale Championat im sogenannten Bogenlaufen, dem Zweikampf aus Laufen und Bogenschießen, was ja auch ideal in ihr Sportlerinnen-Profil passt.
Immer wieder Neuem stellen
Sport ist mein Leben – bei all den hier geschilderten Dingen braucht Carolin Methke diesen Satz eigentlich nicht weiter zu betonen. Er ergibt sich von selbst. Und er wird, da darf man sicher sein, auch in den nächsten Jahren viele Herausforderungen bringen, denen sie sich stellt. Beruflich und beim Ausleben ihrer Hobbys.