Mit 1302 Unterschriften im Gepäck und CDU-Bundestagsmitglied Jens Koeppen an ihrer Seite hat eine Abordnung aus Stendell bei Bürgermeister Jürgen Polzehl den Bau eines Radwegs von Passow nach Schwedt gefordert. Koeppen sieht dafür reele Chancen.
Die beiden Stendeller Bärbel Giermann und Eckhard Gehricke hatten die Unterschriften noch gar nicht übergeben, da beugte sich die Abordnung zusammen mit Schwedts Bürgermeister bereits über einen Plan. Darauf waren die Bundesstraße 166 und der Waldweg zwischen Herrenhof und Heinersdorf markiert. "Wir sagen dazu immer alte Heeresstraße, das wären nur sechs Kilometer", erklärt Gehricke, früher mal Bürgermeister von Stendell und hofft, dass es dafür doch eine Lösung geben müsse. "Möglich ist alles", sagt Jürgen Polzehl, schränkt aber sofort ein, dass dafür vieles zu klären sei. Ein Teil des Radweges zwischen Passow und Schwedt läge im Amt Oder-Welse. Der Kreis habe derzeit mit dem Uckermark-Rundweg andere Prioritäten und die Fragen des Eigentums und woher das Geld kommen soll, sind ebenfalls ungeklärt.
Doch die Stendeller beharren darauf, dass ihre Bürger auf eine Lösung für Radfahrer drängen. Ob nach Passow zum Frauensport in der Turnhalle oder zur Arbeit im PCK, viele Bewohner würden gern mit dem Rad fahren, wenn es zu der vielbefahrenen Bundesstraße eine Alternative für sie gäbe. "Ich wohne an der Hauptstraße, da kommen auch Radtouristen vorbei und fragen, wo sie wieder nach Schwedt zurück kommen. Die B 166 lehnen sie sofort als viel zu gefährlich ab", erzählt Bärbel Giermann.
Für eine Lösung des Problems sieht CDU-Politiker Jens Koeppen aber durchaus Chancen. Er bringt das Radwegeprogramm des Bundes ins Gespräch, das den Bau straßenbegleitender Radwege auch an vorhandenen Bundesstraßen fördert. Das hatte unter anderem dazu geführt, dass parallel zur Bundesstraße 198 ein Radweg gebaut wurde. Trotz großer Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit dieses Ausbaus  und mehrerer Sparrunden, bis nur noch zwei, momentan sogar nur eine Überholstrecke übrig blieben, wurde am Bau des Radweges für mehr als 1,5 Millionen Euro nie gerüttelt. Das liegt auch daran, dass der Bund diese Radwege gesondert fördert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, den Kfz- und Radfahrverkehr zu entflechten und das Radwegenetze auszubauen.
"Wenn aus der Stadt und der Region die Forderung nach so einem Ausbau kommt, wofür die Unterschriftenaktion ein guter Auftakt ist, dann können wir gemeinsam versuchen, beim zuständigen Bund und beim Land für das Projekt zu werben", sagte Koeppen. Er machte den Stendellern Mut, dass ein Radweg an der B 166 kein Hexenwerk sei. Bürgermeister Polzehl stimmte dem zu. "Das ist ein guter Ansatz, wir sind offen für so ein Projekt, wenn der Bund das fördert", sagte er.