Die Tür hat wie versprochen wieder einen Platz in dem Neubau erhalten. Zur Erinnerung an das alte Rathaus wird an dem Standort wieder ein Standesamt eingerichtet und Axels Schulz’ Hochzeitstür gewährt dazu den Einlass. Meist haben ja Brautpaare für die Kulisse um die Zeremonie herum kaum ein Auge.
Zweiter Blick auf Tür lohnt sich
Aber die Tür lohnt schon einen genaueren Blick. Der Bildhauer hat auf der Tür Szenen mit Liebenden verewigt: Eine Kanufahrt im Schilf, das Händchenhalten bei der gemeinsamen Tabakernte, trautes Glück in der gemeinsamen Neubauwohnung und das Vergnügen zu zweit oder in der Gemeinschaft mit vielen bei einem Kulturerlebnis. Am markantesten jedoch sind die beiden Türklinken, die Axel Schulz aus einem nackten Mann und einer nackten Frau formte. Ein hübsches Detail, wenngleich niemand die schwere Tür damit aufkriegt. Sie öffnet sich automatisch mit Motorkraft.  Mit Inschriften von Eva Strittmatter und Heinrich Heine lädt der 2012 verstorbene Bildhauer noch heute ein, sich von der Jugend der Liebe verzaubern zu lassen und darin nicht nachzulassen, bis sich die Alternden noch immer in eins ihre welkenden Hände halten.
Durch die schwere Bronzetür treten die Hochzeitsgäste künftig in einen Vorraum ein, der ein imposantes halbrundes Treppenportal beherbergt. Sieben Treppenstufen führen hinauf zum neuen Trausaal, der einer größeren Hochzeitsgesellschaft zur Trauung Platz bieten soll. In dem Vorraum wird ein weiteres Kunstwerk von Axel Schulz ausgestellt. Es ist die Rathaus-Tür, die früher den Haupteingang der Stadtverwaltung in den Stechschen Häusern zierte. Die Motive mit Altstadt, Industrie und Wald schmücken künftig als Wandbild den Empfangsraum. Die Stadt hat sich mit diesem Standesamt in das neue Haus Augustiner Tor eingemietet und kann an dem angestammten Platz des Standesamtes wieder Trauungszeremonien für Schwedter und Gäste anbieten. Ganz wie früher, mit Blick auf die immer noch beliebte Schulz-Plastik "Das Liebespaar".
Bauarbeiten laufen planmäßig
Die Bauarbeiten für den Neubau gehen nach Wobag-Angaben planmäßig voran. Im November 2020 sind Fertigstellung und Einweihung geplant. Dann hat die Stadt neben dem Schloss Criewen und dem Berlischky-Pavillon wieder einen dritten repräsentativen Trauort anzubieten. Derzeit ist das Trauzimmer provisorisch in Büros der zweiten Etage im Rathaus am Dreiklang untergebracht. Perspektivisch sollen auch im Parkschlösschen Monplaisir Eheschließungen möglich sein.