Deshalb hat Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) mit den Wirtschaftskapitänen PCK-Chef Wulf Spitzley, Leipa-CEO Peter Probst und dem Präsidenten der Unternehmervereinigung Uckermark, Dr. Ulrich Menter, eine Initiative gestartet. "Wir haben ein Schreiben vorbereitet und fordern, den Ausbau vorzuziehen", sagt Polzehl. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung zum Anschieben der Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise ein Konjunkturprogramm auflegt, das auch Infra­strukturprojekte umfasst.
"Es ist enttäuschend, dass die Zeitschiene so weit nach hinten geschoben wird", sagt Polzehl. Idealer für die Wirtschaft und auch die Bürger in der Uckermark wäre es gewesen, wenn der Ausbau des Ziethener Kreuzes und des Autobahn-Zubringers zeitgleich – zumindest in einem Zuge – stattgefunden hätte. Denn nun müssen die Verkehrsteilnehmer wieder über Jahre Staus und Sperrungen in Kauf nehmen.

Koeppen: Projekt ausfinanziert

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen aus Schwedt begrüßt den längst überfälligen Ausbau. Denn die Strecke sei eine wichtige Verbindung für Pendler. Er verweist aber auch darauf, dass das Projekt bereits seit mehr als 15 Jahren in Planung und vom Bund über den Bundesverkehrswegeplan ausfinanziert sei.
"Leider wurde im Landesverkehrsministerium die Dringlichkeit des Ausbaus nicht gesehen und das Projekt über Jahre hinweg nicht in die Prioritätenliste aufgenommen", sagt Koeppen. Hintergrund: Auch wenn das Projekt vom Bund finanziert wird, läuft die Planung und der Bau über die Länder.
Aufgrund der großen Verzögerung und der daraus resultierenden Kostensteigerung, die letztlich die Streichung von drei der ursprünglich geplanten fünf Überholspuren zur Folge hatte, sagt Koeppen: "Der Landesbetrieb sollte aus seinen Fehlern gelernt haben und besonderes Augenmerk auf den Baufortschritt in der Region legen."

Bischoff: Keine Vollsperrung

Mike Bischoff, der SPD-Landtagsabgeordnete aus Schwedt, kommentiert: "Es ist sehr wichtig, dass der Ausbau im zweiten Bauabschnitt jetzt zeitnah erfolgt." Denn die Verbindung sei für Wirtschaft und Industrie in Schwedt sehr wichtig. Und für die Bürger in Schwedt nehme die Fahrt zur A 11 noch immer zu viel Zeit in Anspruch. Gleichzeitig fordert Bischoff, dass der Ausbau nun ohne Vollsperrung erfolgt und die Befahrbarkeit der Trasse weiter gewährleistet werde.
Zudem begrüßte der Sozialdemokrat, dass das letzte Teilstück in Richtung Autobahn zumindest so ausgebaut werde, dass die Sichtbarkeit auf der Trasse verbessert werde, was ein Überholen erleichtere. Damit sei die Chance gegeben, die Anbindung zwischen Schwedt und der A 11 auch in der abgespeckten Varian-­te tatsächlich zu verbessern.