Mit einer neuen Masche haben Trickbetrüger in Polen Erfolg gehabt. Sie lenkten einen Autofahrer an der Tankstelle ab und stahlen ihm die Kreditkarte, mit der sie später 2000 Euro erbeuteten. Der Geschädigte bekam sein Geld zurück. Jetzt will er seine Mitmenschen warnen.
Udo P. aus Passow fasst sich noch heute an den Kopf und ärgert sich, wie er nur so gutmütig und leichtgläubig sein konnte. „Diese Bande nutzt einfach die Hilfsbereitschaft der Menschen aus“, weiß er heute. Tatsächlich hatte es das Gaunertrio, dem er auf den Leim ging, nur auf sein Geld abgesehen.
Der Vorfall ereignete sich Mitte September. Udo P. fuhr wie so oft zum Tanken nach Polen. Nachdem er in der Tankstelle bezahlt hatte, trat eine junge Frau auf ihn zu, hielt ihm eine Zwei-Euro-Münze entgegen und fragte ihn, ob er diese in kleinere Münzen wechseln könne. Der Rentner will der jungen Frau gern helfen, geht zu seinem Auto und schaut in seinem Portemonnaie in der Handtasche auf dem Rücksitz nach, ohne Erfolg. Er läuft um das Auto herum, um seine Tante auf dem Beifahrersitz zu fragen. Es dauert ein wenig, bis die Frau die passenden Münzen in ihrer Geldbörse findet und ihm reicht. Zeitgleich  muss er sich auch noch dem Angebot eines aufdringlichen Mannes erwehren, der ihm unentwegt eine Colabüchse vor die Nase hält und angeblich schenken will. Freudestrahlend reicht er schließlich der jungen Frau die zwei Euro. Erst, als er später im Schwedter Oder-Center etwas bezahlen will, merkt er, dass all seine Papiere und Karten aus der Handtasche fehlen. Unter anderem auch die Kreditkarte.
Noch am gleichen Tag bezahlt ein Mann in Begleitung der Geldwechsel-Frau und des Manns mit der Cola in einem Geschäft in Krajnik Dolny mit der Kreditkarte von Udo P. und einer einfachen Unterschrift auf dem Kassenbon 20  Stangen Zigaretten, Lebensmittel und Alkohol im Wert von 1200 Euro. In einem weiteren Geschäft versucht das Trio einen ähnlichen Großeinkauf, scheitert aber daran, dass die Kassiererin die PIN für die Kreditkarte verlangt, die die Bande nicht kennt. Den Betrügern gelingt jedoch, dass sie mit der Kreditkarte Bargeld ausgehändigt bekommen, noch einmal 800 Euro. Als Udo P. am Abend die Bank verständigt, hatte die schon gemerkt, dass da etwas nicht in Ordnung sein kann. Sie hatte offenbar noch weitere Zahlversuche registriert. Die Bank sperrt die Karte, das Konto von Udo P. wird nicht mit den 2000 Euro belastet. Udo P. hat den Diebstahl bei der Polizei in Polen und in Schwedt angezeigt.
Die Beamten staunten nicht schlecht, als ihnen Udo P. Videoaufnahmen sowohl von dem Trickbetrug als auch den beiden Einkäufen mit seiner Kreditkarte vorlegen konnte. Nach dem Vorfall  hatte der Rentner die Tankstelle und die Läden, die ihm die Bank nannte, aufgesucht und nach den Aufnahmen der Videoüberwachung gefragt. Und in beiden Fällen hatte er Erfolg.
Auf den Überwachungsvideos der Tankstelle in Chojna waren die Täter und der Tathergang deutlich zu erkennen. Im Geschäft in Krajnik Dolny war das Gaunerpaar von der Tankstelle zusammen mit einem weiteren Mann deutlich zu erkennen. Auch das Auto, in dem die Bande ihren Einkauf verstaute, wurde mit Kameras festgehalten. Der Wagen hatte ein Duisburger Kennzeichen. Die Polizei hofft, über die Zusammenarbeit des gemeinsamen Zentrums in Swiecko die Täter in diesem Fall fassen zu können.
„Wir stellen eine deutliche Zunahme von Trickbetrug fest“, bestätigt Gerald Pillkuhn von der Polizei. „Die Tricks werden immer facettenreicher, gezielt werden Senioren als Opfer gesucht. Wir können den Bürgern nur raten, nicht alles zu glauben und Türen und Taschen zuzuhalten.“