Rissige Erde bildet den Grund des oberen Dorfteichs in Hohenfelde. Nur im hinteren Teil des am Ufer befestigten Beckens steht Wasser, das von einem Schilfgürtel umrahmt wird. Ohne die dicken Erdkrumen auf dem Boden könnte der Anblick richtig idyllisch wirken. Doch die Lage ist ernst. Denn das, was dort immer mehr austrocknet ist der Löschwasserteich und deshalb schlagen die Ortsbeiratsmitglieder mittlerweile Alarm.
„Es ist ein Glück, dass es hier im Ort noch kein großes Feuer gegeben hat“, sagt Ortsvorsteher Ronny Zimmermann beim Ortstermin. Sein Ortsbeiratskollege Andy Ludwig ergänzt: „Selbst nach dem Regen der vergangenen Tage hat sich kaum etwas getan.“ In der Tat, sehen die Erdkrumen ein bisschen feucht aus. Die Stützen vorn am Steg staken nackt im Boden, Berührung mit Wasser haben sie nicht.

Fotos aus 2017 zeigen deutlich höheren Wasserstand

„Das sah im Jahr 2017 noch ganz anders aus“, sagt Anwohner Sebastian Manske. Er zeigt ein Bild auf seinem Mobiltelefon vom Steg. Der Wasserspiegel steht ein paar Zentimeter unter dem Bau – so wie sich das ein Betrachter vorstellt, wenn er an solch ein Bild denkt. Mit der Realität in Hohenfelde hat das allerdings wenig zu tun.
„Es ist für uns auch eine emotionale Angelegenheit“, sagt Manske. Denn einige Dorfbewohner angeln an dem Teich gern – das geht zurzeit allerdings nicht. Im Gegenteil: Der Schlamm auf dem Boden des Teichs ist mit einem Moor zu vergleichen. „Wir haben uns das vor einigen Tagen einmal aus der Nähe angesehen und dabei sind einige von uns ganz schön tief eingesunken“, sagt Manske.

Die Stadt will den Teich auffüllen lassen

Mit der Stadt Schwedt habe es schon einige Termine und Gespräche gegeben, sagt Ortsvorsteher Zimmermann. Eine konkrete Lösung indes habe sich noch nicht gefunden. Allerdings überlegt die Stadt, den Teich auffüllen zu lassen. Bei einem Gespräch zwischen Verwaltung und Ortsbeirat war zunächst über einen Löschwasserbrunnen nachgedacht worden. Der Brunnenbauer hatte jedoch eine schlechte Nachricht parat: In einer angemessenen Tiefe ist das Grundwasser nicht in der erforderlichen Menge vorhanden.
Ordnungsamtsleiterin Heike Voigt erläutert: „Im April hat die Feuerwehr die Wassertiefe des Teichs an 18 Punkten ausgemessen.“ Seinerzeit war das Wasser am Ufer 40 Zentimeter tief und an der tiefsten Stelle rund 1,05 Meter tief. „Die Anwohner haben damals angegeben, dass der Wasserstand 2017 etwa ein bis zwei Meter höher gewesen ist“, sagt Voigt.

Teich hat keinen natürlichen Zulauf

Da der Dorfteich keinen natürlichen Zulauf hat, wird sich das Problem auch nicht von allein erledigen. Rund um das Gewässer liegt das Areal zwar deutlich höher, doch die seit Jahren geringeren Niederschläge machen sich deutlich bemerkbar und selbst durch den Zulauf von der versiegelten Straße kommt kaum Wasser in den Teich, bedauern Anwohner Manske sowie die Ortsbeiräte Zimmermann und Ludwig.
Die Stadt plant nun, gegenüber des Gemeindehauses an der Hohenfelder Dorfstraße einen Wasseranschluss vom Zowa herstellen zu lassen. „Darüber soll der Löschteich kontinuierlich nachgefüllt werden“, erklärt Heike Voigt. Zum Beginn werde das etwas länger dauern, es sei aber eine sichere Methode, einen zuverlässigen Wasserzulauf sicherzustellen.

Sechs Wochen ist nichts passiert

Die Stadt habe diesen Auftrag bereits an den Zowa erteilt. Voigt sagt: „Mit dem Anstieg des Wassers im Teich um einen Meter werden dann 1200 Kubikmeter Wasser zusätzlich zur Verfügung stehen. Damit ist der Grundschutz mehr als gewährleistet.“ In den vergangenen sechs Wochen seitdem der Auftrag von der Stadt an den Zowa herausgegangen sei, ist jedoch nichts passiert. „Wir werden jetzt beim Zowa nachhaken, warum das so ist“, sagt Stadtsprecherin Corina Müller auf Nachfrage dieser Zeitung.
Die Erklärung dafür liefert Zowa-Chef Jens Arnold in der MOZ: „Wir haben den Auftrag der Stadt tatsächlich schon lange vorliegen. Allerdings benötigen wir für die Arbeiten die Genehmigung der Straßenbaubehörde und die kam erst Ende August.“ Da jetzt alle Unterlagen vorhanden sind, wird der Zowa die Zuleitung schnell legen. Einen konkreten Termin für den Beginn der Arbeiten kann Arnold aber noch nicht nennen.