Herr Polzehl, was sagen Sie den Bürgern, was da gerade los ist?
Das ist auch für mich nicht erklärlich. Wir haben in Schwedt eine erfolgreiche Kommunalwirtschaft, dazu gehört auch der Verband Zowa. Um so unerklärlicher sind der Streit und die öffentliche Bloßstellung des Vorstehers. Es gibt Vorwürfe, die sind zu klären, aber das ist ureigenes Geschäft der Verbandsversammlung. Sie hat schon öfter bewiesen, dass sie in der Lage ist, Personalfragen souverän und menschlich fair zu klären.
Dennoch lässt der Umgang mit dem Vorsteher schwerwiegende Vergehen vermuten.
Schwerwiegende Vergehen wie zum Beispiel strafrechtlicher Art sind mir nicht bekannt. Es geht um Detailfragen zu Arbeitsabläufen, die auf dem Prüfstand stehen und die durch die Verbandsversammlung zu bewerten sind.
Ist dem Zowa ein finanzieller Schaden entstanden?
Aus dem, was uns da bisher vorgelegt wurde, nein.
Die Mitglieder des Verbandes beschweren sich aber, dass sie wochenlang von nichts wussten...
Leider stimmt das, die Verbandsversammlung wurde eindeutig außen vor gelassen. Die Motive für dieses Handeln müssen ebenso auf den Tisch.
Ein Wasserverband in Pandemie­zeiten wochenlang ohne Vorsteher –  müssen die Bürger da nicht besorgt sein, dass die Versorgung im Ernstfall gefährdet ist?
Ich teile die Auffassung, dass es unverantwortlich ist, den Verbandsvorsteher während der Corona-Krise unnötig freizustellen. Der Verband hat sich durch jahrelange Zuverlässigkeit das Vertrauen der Bürger erarbeitet und das soll auch so bleiben. Daran hat auch der Verbandsvorsteher seinen Anteil, wie zum Beispiel im nicht einfachen  Umgang mit der Altanschliesserproblematik.
Die Verbandsversammlung berät heute erneut zu Personalfragen, wofür setzen Sie sich mit ihren 40 Prozent der Stimmen ein?
Ich werde mich für Kontinuität einsetzen und Sachlichkeit  einfordern. Die Stadt Schwedt praktiziert im Zowa Solidarität zwischen Stadt und Umland. Das garantiert seit Jahren Preisstabilität für alle beteiligten Kommunen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Stadt Angermünde und die Ämter Oder-Welse, Gartz und Teile von Gramzow anders sehen.
Sehen Sie Chancen für eine Rückkehr zur Zusammenarbeit oder droht dem Zowa ein Auseinanderbrechen?
Ich sehe gute Chancen für den Zowa. Die Wirtschaftsprüfer testieren dem Verband seit Jahren eine solide, stabile Entwicklung. Das sollte man in unseren bewegten Zeiten nicht wegen Befindlichkeiten aufs Spiel setzen. Ich denke, dass auch die anderen Vertreter der Gemeinden dieses Ziel verfolgen.

Wasser-Zweckverband berät Personalfragen


Die Verbandsversammlung des Zowa berät Montagabend über die Ergebnisse der Untersuchung, die Vorsitzender Frederik Bewer gegen Vorsteher Jens Arnold eingeleitet hatte. Erstmals darf sich Arnold selbst zu den Vorwürfen äußern. "Ich scheue mich nicht, dazu Stellung zu nehmen und die Sachen richtig zu stellen", sagte Jens Arnold gegenüber dieser Zeitung. Ob diese Untersuchung, die Freistellung und das Hausverbot gegen Arnold rechtens waren, soll ebenfall geklärt werden. Dazu bestehen Zweifel nach Schreiben der Kommunalaufsicht, die den Vorsitzenden darüber belehrte, dass die Verbandsversammlung zuständig sei und nicht er. Auf der Sitzung wird eine Kampfabstimmung unter den 14 Mitgliedern erwartet. Vorsitzender Bewer und Amtsdirektor Detlef Krause, der für Schöneberg und Landin im Zowa sitzt, scheiterten zuletzt mit dem Versuch, Arnold noch weiter zu beurlauben, gegen die Mehrheit  der Mitglieder. md