Aus der zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzten Schule „Ehm Welk“ soll ein Bürgerzentrum werden. Bürgermeister Polzehl hat darüber im Stadtparlament informiert. Geplant ist, dort Bürgerwerkstatt, Treffs und Vereinsräume einzurichten.
Es war nur ein Nebensatz, den Jürgen Polzehl in der Debatte um die erfolgreiche Bürgerwerkstatt von Sven Ketel an der Gesamtschule Talsand fallen ließ. Der Technikstützpunkt mit seinen vielen AG und der beliebten Bürgerwerkstatt stoße immer mehr an seine Grenzen, erklärte der Bürgermeister. Möglicherweise könnte die Werkstatt in der ehemaligen Ehm Welk-Schule eine neue Heimstatt finden. Für 2019 sei Geld für die Machbarkeitsstudie eines Bürgerzentrums in dem Haus eingestellt, so Polzehl.
Damit ändert das Rathaus seine bisherige Haltung zu der ausgedienten Schule. Sie stand bisher auf der Abrissliste, sogar Fördermittel stehen dafür schon bereit. Von der Abrissbirne verschont blieb das Gebäude 2015 nur, weil damals dringend Flüchtlingsunterkünfte gesucht wurden. Ein Jahr lang, bis Herbst 2016, war die Schule dann noch einmal gut gefüllt. Seither steht sie fast leer. Arbeitslose, die im Gebiet Aufräum- und Verschönerungsarbeiten verrichten, nutzen einen Kellerraum der Schule als Umkleide und Aufenthaltsraum. Dass es Bedarf für ein Bürgerzentrum in dem Stadtteil gibt, das hatte schon die Arbeitsgruppe Soziale Stadt dem Rathaus ins Stammbuch geschrieben. Die meisten kulturellen und sozialen Angebote von Schwedt befinden sich im Stadtzentrum. Talsand, Waldrand und Kastanienalle bräuchten dringend eigene Angebote für die Bevölkerung. Im Bericht der Arbeitsgruppe wird klar davor gewarnt, den Stadtteil mit den meisten unsanierten und damit günstigsten Wohnungen nicht zu einem sozialen Brennpunkt werden zu lassen.
Tatsächlich gibt es in den DDR-Neubaugebieten nördlich des Schulgartens gerade mal einen Mädchentreff im Külzviertel in einem Wohnhaus, das auf der Abrissliste steht, einen Treff „Offen-Spielbar“ der Kirche, dessen Sitz , ein ehemaliges Einkaufszentrum, ebenfalls abgerissen werden soll, und die Bürgerwerkstatt, die Räume der Talsandschule nutzt. Die Angebote „Zukunftsinsel“ in der Felchower Straße und der „Bauspielplatz“ im Schulgarten des Projekts „Zukunft im Quartier“ wurden wieder geschlossen.
Nach Auskunft der Stadt soll die Machbarkeitsstudie Anfang 2019 in Auftrag gegeben werden.